Wohnungsbrand in Wittenberge : „Flammen schlugen vom Balkon“

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Feuerwehr bringt Hausbewohner in der Straße An der Schwimmhalle in Sicherheit. Wohnungsmieter wird im Krankenhaus behandelt.

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24. Januar 2018, 18:00 Uhr

Dicke Rauchschwaden dringen Mittwochmittag aus der Wohnung im Erdgeschoss des Hauses Nummer 4 in der Straße An der Schwimmhalle. Die Feuerwehr Wittenberge ist um 12.32 Uhr alarmiert worden und mit 20 Kameraden und fünf Fahrzeugen vor Ort. Die Polizei hat die Straße abgesperrt.

Immer wieder bläst der Wind den beißenden Rauch flach über den Boden in Richtung der Einsatzkräfte und der Schaulustigen. In einigen Metern Entfernung steht Erika Kaiser auf dem Gehweg und schaut sich das Geschehen an. Sie wohnt in einem Haus in der Hartwigstraße. „Ich war in meiner Küche und habe plötzlich die Rauchschwaden gesehen. Es schlugen gelbe Flammen vom Balkon. Ich bin zu meiner Nachbarin gelaufen, die hatte schon die Feuerwehr angerufen“, erzählt Erika Kaiser. Neben ihr steht Andrea Karnowski. Die sehbehinderte Frau wohnt in dem betroffenen Aufgang, war aber einkaufen. „Das ist schlimm. Ich hoffe, dass alles gut ausgeht und ich bald wieder in meine Wohnung kann.“

Die Mieter des Aufgangs Nummer vier werden in Sicherheit gebracht, die Nachbarn sollen ihre Fenster und Türen fest verschließen.

Warum das Feuer in der Erdgeschosswohnung ausbrach, ist bisher noch unklar. „Der hauptsächliche Brandbereich lag im Wohnzimmer“, sagt Wehrsprecher Norman Rauth gegenüber dem „Prignitzer“. Der Wohnungsmieter wird zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht, vier Bewohner werden vor Ort ärztlich versorgt. Der Rettungshubschrauber des ADAC wird angefordert.

Gegen 14 Uhr ist das Feuer besiegt, nun beginnen die Aufräum- und Ermittlungsarbeiten. Klar ist: „Die Brandwohnung wird gesperrt, damit von den Experten die Ursache des Feuers bestimmt werden kann“, sagt Toralf Reinhardt, Sprecher der Polizeidirektion Nord in Neuruppin. Doch die Ermittler können erst im Lauf des heutigen Tages mit ihrer Arbeit beginnen, weil es in der Wohnung gestern noch zu heiß ist. Grundsätzlich wird in so einem Fall Anzeige wegen fahrlässiger Brandstiftung erstattet.

Am Mittwochnachmittag schauen sich auch Ordnungsamtschef Gotthard Poorten und Peter Greilach, technischer Leiter der Wohnungsgenossenschaft „Elbstrom“, der der Wohnblock gehört, vor Ort um. „Glücklicherweise haben wir keinen Toten zu beklagen. Sowohl die Wohnung mit dem Brandschaden als auch die beiden darüber liegenden sind nicht bewohnbar. Die Rauchbelastung ist zu groß“, sagt Greilach. Die beiden betroffenen Mieter kommen bei Freunden unter. Alle anderen Bewohner können nach einer Inspektion aller Zimmer zurück. „Es folgt eine bautechnische Untersuchung. Die Feuerwehr hat alle Türen gewaltsam geöffnet. Diesen Schaden beheben wir durch Notreparaturen. Außerdem werden alle elektrischen Anlagen überprüft. Ein gebrochener Heizkörper in der Brandwohnung wurde schon ausgetauscht“, zählt Peter Greilach die Maßnahmen auf. Fließend Wasser stehe den Mietern zur Verfügung. Der Schaden liegt nach einer ersten Schätzung bei etwa 50 000 Euro.

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