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Flächentausch oder Dorf wird eine Sackgasse

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Einwohnerversammlung in Schönfeld / Das Problem: Liebgewordene Wege von Dorf zu Dorf verschwinden

von
erstellt am 01.Okt.2014 | 09:18 Uhr

Viele Wege führen bekanntlich nach Rom, in Schönfeld hingegen keiner mehr zu den Nachbarn, unter anderem nach Quitzow oder Wüsten Buchholz bzw. rund ums eigene Dorf. „Alle sind inzwischen verschwunden oder enden in einer Sackgasse am Feldrand. Ohne Straße wären wir komplett von der Außenwelt abgeschnitten“, moniert Ortsvorsteherin Angela Schulz. Im Vorfeld der Einwohnerversammlung am Dienstagabend hatte sie sich mit den Bewohnern kurzgeschlossen und notiert, wo der sprichwörtliche Schuh drückt.

Natürlich hat Schönfeld öffentliche Straßen. Um die geht es den Einwohnern nicht. Ihnen fehlen die vielfach von Kindesbeinen an liebgewordenen Wege quer durch Mutter Natur. „Wir leben auf dem Dorf. Mit jedem Weg, der dem Acker zugeschlagen wurde, ist ein Stück Lebensqualität untergepflügt worden, ist dörfliche Infrastruktur verloren gegangen“, betont Stefan Koepp. Und mit dieser Meinung steht er nicht allein da.

Den Weg auf städtischem Grund und Boden hat Perleberg an einen Schönfelder Landwirt verpachtet. Da der Pfad in den Jahren zusehends zur Recyclingpiste für jeglichen Schutt wurde, hat dieser dem mit einer natürlichen Barriere aus Bewuchs einen Riegel vorgeschoben und zu Ackerland gemacht.

Sein gutes Recht, schließlich zahlt er dafür Pacht an die Stadt, daran lassen auch die Einwohner keinen Zweifel aufkommen. Zumal der Umstand bislang auch nicht so dramatisch war, denn es gab noch den Pfad in Nachbarschaft des Bahndamms. Der ist aber derweil auch ein Maisfeld. Was tun? Den Pachtvertrag kündigen, den Stadtweg wieder öffnen, Land dazu kaufen, denn jener endet erst einmal an privaten Flächen bevor dann die Kommune wieder die Hoheit hat.

Die Schönfelder selbst sehen es nicht so kompliziert, wie auch der Landwirt. Denn der signalisierte auf der Einwohnerversammlung sofort Bereitschaft, den Weg am Bahndamm wieder zu öffnen, zumal dieser auch von der Agrargenossenschaft gern genutzt werde. Ob Pachterlass oder Flächentausch in Frage kämen, darüber müsse sich nun im Stadtentwicklungsausschuss verständigt werden, „denn alles muss rechtens und sauber geklärt werden“, betonte Bürgermeister Fred Fischer. An Ort und Stelle wolle man sich zudem ein Bild von der Situation machen. Ob eine Lösung gefunden wird? Diese Frage bleibt erst einmal noch offen, die Entscheidung liege letztlich bei den Abgeordneten, so Fischer.

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