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Ufermauer Perleberg : Fischers letztes Projekt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

450 000 Euro teure Investition ist auch optisch ein Blickfang im Hagen und zugleich tragfähige Plattform für Krautkran

von
erstellt am 26.Feb.2015 | 20:00 Uhr

Die Ufermauer samt Krautziehplatz eingangs des Hagens ist saniert. Es war eines der ersten Vorhaben, die Fred Fischer bei seinem Amtsantritt 2007 auf dem Plan hatte. Und es ist nun eines der letzten Projekte, die er als Bürgermeister übergebe, resümiert Fischer. Keinesfalls ist es eines der kleinsten, denn 450 000 Euro wurden investiert. „Gut angelegtes Geld“, wie Elisabeth Topp sagt. Ihr Anwesen grenzt unmittelbar an den sogenannten Krautziehplatz an der Stepenitz. Die Ufermauer hier bröckelte an allen Ecken, die Betonfläche ächzte unter der schweren Last des Krans, der das Grün nach der Mahd aus dem Fluss zog. So hatte auch das Landesumweltamt (LUGV) großes Interesse, hier eine tragfähige Lösung zu schaffen. 37 Prozent der Kosten werden so auch vom LUGV übernommen. Trotz 80-prozentigen Zuschusses im Rahmen der Städtebauförderung durch Bund und Land verbleiben noch 20 Prozent, die die Stadt aus Eigenmitteln zu deckeln hat. Dafür gaben die Stadtverordneten grünes Licht.

„Was hier entstanden ist, das kann sich wirklich sehen lassen“, so Elisabeth Topp sichtlich froh. Viele Bedenken hatte sie im Vorfeld, vor allem, als vom Rammen der Uferbefestigung die Rede war. „Unbegründet“, sagt sie heute, denn gespürt habe sie davon fast nichts, „das Rütteln des Pflasters war da lauter“. Überaus interessiert habe sie den Bauverlauf verfolgt, bewundert, welch moderne Technik hier zum Einsatz kam und war angenehm überrascht, wie jeder, vom Planer bis zum Bauarbeiter, sich ihrer Bedenken angenommen habe. „Ich fühlte mich wahr- und ernstgenommen und das in einer Zeit, in der man so etwas eigentlich gar nicht mehr erwartet“.

Los ging es im Juni mit dem Abriss der alten Garagen, im Juli folgte die marode Ufermauer. Und dann ging es an den eigentlichen Neubau, der alles andere als unproblematisch werden sollte. Ursache war der Untergrund, der sich so stark verdichtet zeigte, dass man mit pressen der Spundwände, die elf Meter tief in den Boden mussten, allein nicht weiter kam. Es musste vorgebohrt werden – computergesteuert und überwacht, um den Erschütterungspegel so niedrig wie möglich zu halten.

Sieben Meter Uferwand wurden neu errichtet, Fertigteile mit eingelassener Feldsteinstruktur in der Optik einer Ufermauer wurden dabei als Fassade vorgehangen, ein Betonbalken dient als Abdeckung. Außerdem wurden rund 300 Quadratmeter Pflaster verlegt. Hinzu kommen Entwässerungseinrichtungen, das Geländer und die wasserbaulichen Anlagen, sprich drei Dalben und der Krautbalken, listet Tino Teichert vom Ingenieurbüro Pöyry, Büro Perleberg, auf. Er betreute als Planer das Projekt, an dem die unterschiedlichsten Gewerke mitwirkten, zum Teil waren es Spezialfirmen wie die, die die Spundwände setzte. Hier war mehrfach die Absenkung des Mühlenkanals erforderlich. Das enge Miteinander mit dem LUGV, der unteren Wasserbehörde und der unteren Fischereibehörde war nicht nur notwendig, sondern klappte auch hervorragend. Für eine solide Ausführung steht letztlich die Firma Dau Brücken- und Verkehrswegebau Ludwigslust, die im Auftrag der BIG-Städtebau, die für die Stadt agiert, das Projekt realisierte.

Auch wenn es länger als geplant gedauert hat, allein der Anblick, der sich jetzt eingangs des Hagens bietet, entschädigt dafür. Als sichtbares Zeichen, dass sich das Neue auch in seine grüne Umgebung einpasst, wurde eine Zierkirsche gepflanzt. Familie Topp hat sich bereit erklärt, sie zu hegen und zu pflegen.  

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