Agrargenossenschaft Quitzow : Finka reif für den Kochtopf

Zweimal die Woche werden Frühkartoffel geerntet, die im eigenen Hofladen der Quitzower Agrargenossenschaft vermarktet werden.  Fotos: Doris Ritzka
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Zweimal die Woche werden Frühkartoffel geerntet, die im eigenen Hofladen der Quitzower Agrargenossenschaft vermarktet werden. Fotos: Doris Ritzka

Zweimal die Woche ernten die Quitzower Frühkartoffeln und vermarkten sie stehenden Fußes im eigenen Hofladen

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31. Juli 2015, 12:00 Uhr

Seit Anfang des Monats werden in der Agrargenossenschaft die ersten Kartoffeln geerntet. „Es ist unsere frühe Sorte, die festkochende Finka“, erläutert Agraringenieur Helge Milatz. Auf einem Hektar hat die Genossenschaft sie wieder angebaut. „Mit ihr sichern wir faktisch den Anschluss zur Kalena, das mehlig kochende Pendant. Auch die Sorte ist jetzt reif“, so der junge Fachmann in Sachen Feldbau. Trotzdem sei man rund 14 Tage später dran als im vergangenen Jahr, obwohl vergleichsweise zum gleichen Zeitpunkt gepflanzt wurde, konkret am 26. März. Der Grund: Die Nächte waren einfach zu kalt. Auch haben in diesem Jahr nicht so viele Knollen angesetzt, „dafür fallen sie jedoch größer aus“, ergänzt Helge Milatz. Zweimal die Woche für rund zwei Stunden zieht der Roder seine Bahnen auf dem Schlag. Per Hand werden die Knollen gesammelt, um die gute Qualität, die herangewachsen ist, auch im Verkauf zu sichern, denn noch sei die Kartoffel ein wenig losschalig, wie der Fachmann sagt.

Insgesamt haben die Quitzower wieder 240 Hektar Kartoffeln angebaut, Pflanz- und Speisekartoffeln sowie Knollen, die in die Verarbeitung gehen. Über die Hälfte, sprich 160 Hektar, stehen unter Beregnung. „Für Hackfrüchte ist das eigentlich ein Muss, will man Erträge erreichen. Mit Beregnung kann man von einem Zuwachs von 100 bis 150 Dezitonnen ausgehen“, überschlägt Edwin Grönboldt, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft. Und auf für die Qualität sei die Beregnung letztlich entscheidend. Damit Speisekartoffeln nicht schorfig, sondern schön glatt werden, müsse der Boden bei der Knollenbildung feucht sein.

So nahmen die Quitzower Kartoffelproduzenten ordentliche Geld in die Hand, konkret ca. 800 000 Euro, schufen sechs Brunnen, investierten in sieben Beregnungsanlagen und verlegten ein Wassernetz von rund 15 Kilometern. An die 800 Hektar können sie so erreichen, berichtet Grönboldt.

Ein Mann bedient die sieben Maschinen, die täglich rund 25 Hektar beregnen können. „Angefangen haben wir in diesem Jahr wieder mit dem Getreide, doch dann hatte die Kartoffel die Priorität“, ergänzt Helge Milatz. Der Ansatz zeige sich durchschnittlich, doch was bis dato gewachsen ist, sei gesund. Jetzt komme es darauf an, diese Qualität bis zur Ernte zu halten. An die Ergebnisse vom Vorjahr werde man aber sicher nicht rankommen, „das war eben auch ein überdurchschnittliches Kartoffeljahr“, so der Agraringenieur. Im Frühjahr habe man die Pflanzkartoffeln gut verkauft und auch die Stärkeindustrie und Kartoffelveredlung haben gut abgenommen. Jetzt hoffen die Quitzower, dass auch bei denen alles verarbeitet ist, damit die neue Ernte dann auch wieder einen Markt findet.  

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