Wachstumskern bekommt Geld : Finanzspritze erfreut Kommunen

RWK erhält Zuschlag und kann für rund 650 000 Euro kreisweite Projekte planen.

svz.de von
18. Dezember 2013, 09:35 Uhr

In 15 Minuten 642 800 Euro für die Prignitz gesichert. Mehr Zeit hatte der Wachstumskern Perleberg-Wittenberge-Karstädt (RWK) nicht zur Verfügung, um in der Landesregierung für das Projekt Regionalbudget zu werben. Aber die Akteure waren bestens vorbereitet und der Wachstumskern erhielt den Zuschlag für die Fortsetzung des Projektes bis Februar 2017, informierten gestern Perlebergs Bürgermeister Fred Fischer und RWK-Koordinatorin Annett Jura.

Profitieren davon sollen nicht nur die drei Kommunen, sondern die gesamte Region. Das macht Annett Jura an mehreren Beispielen deutlich. Eines davon ist die Innovationsförderung für Unternehmen. „Wir stellen uns eine strategische Partnerschaft mit einer Hochschule vor“, sagt sie. Neben speziellen Veranstaltungen in der Prignitz könnten Schüler Angebote der Hochschule nutzen, könnten Studenten Praktika oder wissenschaftliche Arbeiten in Prignitzer Unternehmen durchführen. Profitieren würden beide Seiten, ist Jura überzeugt.

Ebenfalls sollen mit den Mitteln Existenzgründer unterstützt werden. Für sie gibt es ja bereits den erfolgreich arbeitenden Gründerlotsendienst am Technologie- und Gewerbezentrum Prignitz in Wittenberge, aber dieser könne nur begrenzte Maßnahmen anbieten. „Lockere Gesprächsrunden in denen Experten Tipps geben, gehören nicht dazu, ließen sich aber mit den zugesagten Mitteln finanzieren“, nennt Annett Jura ein Beispiel.

Nahtlos knüpft die Koordinatorin die Verbindung zum Thema Fachkräfte-Sicherung: Schülern die Teilnahme an Messen, wie der Industriemesse Hannover ermöglichen, Schule und Wirtschaft enger miteinander verzahnen. Die jüngste Diskussion mit rund 100 Schülern im Gymnasium Perleberg habe gezeigt, wie sehr sich die angehenden Absolventen Informationen zu Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten in der Region wünschen, so Fred Fischer. „Dieser Ruf war sehr deutlich“, sagt er. Offenbar seien viele Möglichkeiten den Schülern noch immer unbekannt. Auch aus diesem Grund soll das ausgelaufene Projekt Schul- und Karriereplaner in ähnlicher Form wieder aufgelegt werden. Dadurch werde ein sehr enger und regelmäßiger Kontakt zwischen der Wirtschaft und den Schulen gewährleistet. Dazu seien personell weder die Schulen allein, noch die übergroße Mehrheit der Prignitzer Unternehmen in der Lage, begründet Annett Jura.

Diese Beispiele zeigen, dass zwar der RWK die Summe, davon sind 30 Prozent Eigenmittel, bewilligt bekommen hat, die damit zu finanzierenden Projekte aber kreisweit ansiedeln möchte. Dazu zählen auch gemeinsame Messeauftritte mit dem Tourismusverband oder der Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz. Die Radzählschleife auf dem Elbdeich wurde zusammen mit dem Amt Bad Wilsnack-Weisen realisiert. Welche Projekte im Endeffekt umgesetzt werden, sei noch offen. „Wir legen viel Wert auf kleinteilige Maßnahmen, im bisherigen Förderzeitraum waren es insgesamt 36“, betont Annett Jura. Manche Idee sei erst während der dreijährigen Arbeit entstanden.

Dass der RWK jetzt erneut den Zuschlag erhielt, zeige einmal mehr, wie gut seine Arbeit in Potsdam bewertet werde, so Fred Fischer. „Wir sind nicht davon ausgegangen, dass wir diese Mittel bekommen werden“, sagt er. Schließlich seien mehrere der 15 Wachstumskerne daran interessiert. Der Zuschlag in so einer Größenordnung zeige, dass der hiesige RWK eine exklusive Stellung einnehme, die sich die drei Kommunen gemeinsam hart erarbeitet hätten.

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