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Steinerner Blaurock in Perleberg : Feuerwehrmann wieder wetterfest

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bürgerverein ließ Denkmal am Wallgebäude restaurieren, Gebäudeinhaber sorgt noch für eine gläserne Überdachung

von
erstellt am 11.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Vom Kopf bis zu den Stiefeln ist er jetzt verarztet und damit austherapiert – der Feuerwehrmann am Wallgebäude. Montag hat Liviana Köhn vom Restaurierungsatelier Köhn und Scholz aus Berlin den steinernen Blaurock noch komplett in mit deionisiertem Wasser getränkte Kompressen gehüllt, um den Sandstein zu entsalzen, wie sie erklärt. Ein wenig gleicht die Skulptur da einer Mumie. Und dann heißt es warten, bevor schließlich mit dem Spachtel vorsichtig wieder die Zellstoffkompressen entfernt werden können.

Damit hat das Denkmal seine Komplettauffrischung erhalten. Zuvor hatte die junge Diplomrestauratorin mit sogenanntem Steinfestigungsmittel dafür gesorgt, dass die Skulptur auch die nächsten Jahrzehnte überdauert. Hier und da wurde ergänzt, was dem Zahn der Zeit und dem Wetter zum Opfer gefallen war. Einzig die steinernen Gesichtszüge ließen sich nicht mehr so rekonstruieren, wie sie einst der Bildhauer schuf. „Das Foto, das wir hatten, war zu alt, das Gesicht kaum zu erkennen“, so die Restauratorin. „Und der Denkmalschutz fordert nun mal, dass nur das wieder herzustellen ist, was eindeutig belegt ist“, ergänzt Malte Hübner-Berger. Er ist Vorsitzender des Bürgervereins, der sich die Restaurierung des Denkmals auf die Fahnen geschrieben hat.

Noch eine Ganzkörperreinigung mit Wasserdampf und das Denkmal für gefallene Feuerwehrmänner macht wieder einen passablen Eindruck. Der Eigentümer des Wallgebäudes will nun noch für einen Wetterschutz in Form einer kleinen gläsernen Überdachung sorgen. Er habe zudem das Gutachten im Vorfeld der Restaurierung in Auftrag gegeben, betont Malte Hübner-Berger und verweist auf das enge Miteinander mit ihm und auch mit der Denkmalbehörde. In einer denkmalfachlichen Stellungnahme, erläuterte jene unter anderem, was aus ihrer Sicht im Zuge einer Restaurierung notwendig wäre. Denn schließlich ist die Skulptur Bestandteil des Wallgebäudes, das selbst als Einzeldenkmal geführt wird.

Das Denkmal war geweiht den „… gefallenen Feuerwehrmänner“, wie Stadtarchivarin Sylvia Pieper in einem Beitrag im Kreisblatt für die Prignitz vom 29. Oktober 1928 herausfand. Darin erfährt man u. a. auch, dass die Weihe in einem Gottesdienst am 28. Oktober 1928 erfolgte, an dem alles von Rang und Namen aus der Stadt teilnahm. Anschließend marschierte die Feuerwehr zum Wallgebäude, wo sich bereits viele Bewohner eingefunden hatten, ist zu lesen. Pfarrer Itzerott verwies in seinen Worten unter anderem darauf, dass sich Männer fanden, „um aus reiner Nächstenliebe Hilfe denen zu bringen, die in Gefahr schweben, von den Elementen vernichtet oder geschädigt zu werden …“. Es solle eine Stätte der Weihe, der Erinnerung sein „unsere Nachkommen aber allzeit zur Nacheiferung anspornen …“.

Wenn dann alles fertig, sprich auch die Überdachung angebracht ist, werde es natürlich auch wieder eine kleine Feier geben, versichert der Vorsitzende des Bürgervereins. Über 4000 Euro hat dieser für die Restaurierung des Denkmals samt Tafel investiert. Finanziell unterstützt wurde er dabei unter anderem vom Perleberger Lionsclub, der 1000 Euro spendete.  

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