Brand- und Katastrophenschutz : Feuerwehren vor schweren Aufgaben

Gute Jugendarbeit ist auch bei den Feuerwehren Voraussetzung, um der Demografie entgegen zu wirken.  Fotos: Lars Reinhold
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Gute Jugendarbeit ist auch bei den Feuerwehren Voraussetzung, um der Demografie entgegen zu wirken. Fotos: Lars Reinhold

Personelle Situation und Einsatzbereitschaft bleiben größtenteils kritisch / Positive Entwicklung beim Thema Nachwuchs

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29. Juli 2014, 08:00 Uhr

Die Prignitzer Feuerwehren kämpfen nicht nur gegen Brände, sondern auch gegen jede Menge Probleme. Die personelle Situation und damit auch die Einsatzbereitschaft ist stellenweise schlecht, eine Lösung für den Feuerwehrführerschein fehlt noch immer und mit der Einführung des Digitalfunks sind neue technische Herausforderungen verbunden. Doch es gibt auch Grund zur Freude, denn die Nachwuchsarbeit klappt vorbildlich.


Personal


Brandenburg klagt über fehlenden Nachwuchs in den freiwilligen Feuerwehren. In der Prignitz sei die Situation hingegen noch relativ entspannt, wie Kreisbrandmeister Holger Rohde und Kreisjugendwart Mario Brandt betonen. Zwar ging die Zahl von 930 jungen Brandschützern im Jahr 2007 auf aktuell etwa 860 zurück, „aber unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung ist die Zahl relativ stabil geblieben“, so Rohde. Derzeit seien rund 560 Jungen und 300 Mädchen in 79 Wehren aktiv. „Das sind mehr als etwa Potsdam-Mittelmark hat und dieser Kreis ist größer als unserer“, gibt Brandt zu bedenken.

Dort, wo die Zahl der jungen Leute nicht mehr ausreicht, um Jugendwehren aufrecht zu erhalten, werden sie mit dem Nachbardorf zusammengelegt. „Das ist etwa in Breese und Groß Breese der Fall“, gibt Rohde ein Beispiel. Besonders stark seien die Jugendwehren in Pritzwalk und Umgebung sowie im Amt Bad Wilsnack/Weisen. Mario Brandt nennt hier Beveringen (Stadt Pritzwalk) und Legde als Beispiele. Aber es bilden sich auch neue Jugendwehren: Vor zwei Jahren in Rühstädt und im vorigen Jahr in Groß Buchholz. Beide seien aktuell zwölf Mitglieder stark. „Die geburtenschwachen Jahre sind vorbei“, begründet Brandt die positive Entwicklung.

Schlechter sieht es bei den Erwachsenen aus. Seit Bestehen des Kreises hätten sich rund 30 Feuerwehren aufgelöst oder seien bestenfalls mit der Nachbarwehr fusioniert, wie der stellvertretende Kreisbrandmeister Volker Lehmann sagt. Laut einer aktuellen Statistik des Landkreises sei die Zahl der aktiven Brandbekämpfer zwischen 2007 und 2012 von 3955 auf 3508 geschrumpft. „Kreisweit haben wir jährlich zwischen 50 und 100 Abgänge“, fügt Kreisbrandmeister Holger Rohde an. Heißt im Klartext: So viele, wie die Wehren verlassen, kommen längst nicht nach. „Das größte Problem ist für uns natürlich die Abwanderung. Selbst wenn junge Menschen in der Feuerwehr aktiv sind, verlassen sie nach ihrem Schulabschluss zumeist die Region. Wenn wir 30 Prozent hier behalten können, haben wir schon viel erreicht. Wem also Zuhause die Decke auf den Kopf fällt, kann sich gerne bei uns melden“, ermuntert Rohde alle, die Interesse an dem Ehrenamt haben.

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