zur Navigation springen
Der Prignitzer

11. Dezember 2017 | 14:32 Uhr

Feuerwehr zum Anfassen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Jugendwehr lud zum ersten Aktionstag und rund 250 Kinder erlebten Brandschutz hautnah

von
erstellt am 22.Okt.2015 | 10:30 Uhr

Es war eine Premiere für Stadtjugendwart Maik Müller, seine Jugendwarte in den Wehren und natürlich für die Nachwuchsblauröcke. Zum ersten Aktionstag hatten sie in die Perleberger Wache eingeladen und wurden zumindest vormittags fast überrannt. Was hat der Tag außer Spaß und Action gebracht? Mit der Frage wandte sich Redakteurin Doris Ritzka an den Stadtjugendwart.

So viele kleine Feuerwehrmänner hat die Wache in der Feldstraße sicher noch nie gesehen, oder?

Maik Müller: Es wäre natürlich toll, wenn alle Kinder, die uns an diesem Tag besucht haben, demnächst Mitglied der Jugendwehr würden. Immerhin waren es an die 250. Wir würden uns aber schon freuen, wenn einige zu uns stoßen, denn die Nachwuchsgewinnung war auch ein Aspekt, den wir im Auge hatten.

Stichwort Nachwuchs. Wie sieht es damit aktuell aus?

Fakt ist, Nachwuchs kann man nicht genug bekommen. Wenn wir von zehn Kindern und Jugendlichen später einen in die aktive Wehr übernehmen können, dann sind wir schon froh. Mit der Ausbildung ziehen viele weg. Perleberg, Groß Buchholz und Quitzow haben eine Jugendwehr, in Düpow ist eine im Aufbau. In Perleberg entsteht zudem eine Florian-Gruppe. Ganz bewusst rücken wir die Ortsteile wieder verstärkt in den Blickpunkt. Wir müssen jetzt etwas machen, damit später in der aktiven Wehr ausreichend Kameraden ihren Dienst tun. Was nützt die modernste Technik, wenn die Leute fehlen, die sie bedienen.

Jugendarbeit – damit lässt sich jeder Förderantrag begründen, jede Aktion bedeutsam erklären. Doch wie sieht die Praxis aus?

Seit drei, vier Jahren haben wir der Jugendarbeit durchaus den Stellwert zugedacht, den sie haben muss. Die Stadt unterstützt uns da so gut es geht.

Wie?

Für diesen Aktionstag hat sie die Kameraden, die in der Stadt beschäftigt sind, freigestellt. Allein hätten wir das sonst nie geschafft. 25 Kameraden aus den aktiven Wehren haben so die 13 Stationen mitbetreut. Seit drei Jahren haben wir nun auch unseren Jugendraum in der Perleberger Wache. Die Stadt unterstützt das jährliche Jugendzeltlager, Projekte, sorgt entsprechend ihren Möglichkeiten für die Ausrüstung.

Diese Möglichkeiten sind aber offensichtlich begrenzt, oder?

Schon, auch wenn die Zusammenarbeit aus meiner Sicht schon topp ist. Insofern hoffen wir immer auch auf Unterstützung von Sponsoren. Wer aussieht wie ein kleiner Feuerwehrmann, der ist auch mit Eifer bei der Sache. Mein großes Ziel ist, den Nachwuchs mit entsprechenden Feuerwehr-Parka auszustatten. 2000 Euro haben wir zusammen, so um die 2300 Euro fehlen noch. Denn derzeit haben wir 43 aktive Kinder in den Jugendwehren.

Zurück zum Aktionstag. Was hat er denn nun unterm Strich gebracht?

Auf jeden Fall Feuerwehr zum Anfassen und Brandschutz hautnah. Und das waren vor allem die Ziele. Wir haben einen Klassenraum nachgestellt und einen Brand simuliert. Was ist zu tun? Praktisch das kleine Einmaleins für den Fall der Fälle wurde durchgespielt. Gleiches beim Absetzen eines Notrufes. Auch die Lehrer wurden geschult, konkret in der Handhabung des Feuerlöschers. Natürlich live, also mit Feuer, wenn auch nur kleinem.

Also rundherum eine gelungene Sache?

Gemessen am Feedback der Kinder und auch Lehrer, durchaus. Aber es war eben auch ein enorm großer Aufwand. Hinzu kommt, morgens haben sie uns fast überrannt, die Kinder aus den Kitas sowie den ersten und zweiten Klassen der Grundschulen. Nachmittags hätten es gern mehr sein können. Beim nächsten Mal würden wir im Vorfeld auch die Horte und den Ganztag konkret ansprechen.

Hört sich an nach einer Neuauflage?

Das ist zu allererst abhängig davon, ob wir wieder finanzielle Unterstützung bekommen. Denn ohne die Förderung aus dem Programm „Demokratie leben“ hätten wir den Aktionstag nicht stemmen können.

Dankeschön fürs Gespräch

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen