Feuer in Perleberg : Feuerwehr rettet neun Menschen

Alle Perleberger Feuerwehren waren im Einsatz. Unterstützt wurden sie von der Karstädter und der Wittenberger Wehr. Vor Ort zudem Polizei, Rettungsdienst und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst, der alarmiert wird, wenn es bei einem Einsatz um fünf Personen und mehr gehe.  Fotos: Norman Mundt
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Alle Perleberger Feuerwehren waren im Einsatz. Unterstützt wurden sie von der Karstädter und der Wittenberger Wehr. Vor Ort zudem Polizei, Rettungsdienst und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst, der alarmiert wird, wenn es bei einem Einsatz um fünf Personen und mehr gehe.

Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus können zwei Anwohner noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. In der Brandwohnung macht die Feuerwehr eine interessante Entdeckung.

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13. Januar 2016, 18:45 Uhr

Mittwoch 3.25 Uhr, Alarm für alle Wehren der Stadt Perleberg: Großbrand in einem Mehrfamilienhaus in der Hamburger Straße. Was zu dem Zeitpunkt niemand weiß, in der Brandwohnung werden später Patronen, Granaten und waffenähnliche Gegenstände gefunden, wie Dörte Röhrs von der Pressestelle der Polizeidirektion Nord auf Nachfrage des „Prignitzer“ bestätigt. Der Munitionsbergungsdienst wird angefordert und es wird nun auch wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt, so Röhrs.

Aus einem Küchenfenster auf der Rückseite des Hauses züngeln beim Eintreffen der Wehren bereits die Flammen. Im Haus selbst noch die Bewohner. Kameraden der Wehr bahnen sich den Weg durch das zum Teil schon stark verrauchte Treppenhaus, holen die Menschen aus dem Schlaf und aus den Wohnungen.

Für zwei Bewohner aus dem Dachgeschoss bleibt nur noch der Weg über die Drehleiter. „Mein Kumpel hat mich geweckt. Selbst ist er durch das Blaulicht und den Rauch wach geworden“, berichtet Matthias Hardt. Dichter Qualm versperrten den beiden den Fluchtweg durchs Treppenhaus. „Es war alles dunkel und verraucht.“ Über die Drehleiter gelangen sie dann in Sicherheit und werden wie eine weitere Person mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung erst einmal ins Krankenhaus gebracht. Auch ein Feuerwehrmann ist leicht verletzt und muss behandelt werden.

Derweil kämpfen sich die Atemschutztrupps zum vermeintlichen Brandherd vor. Zwölf Trupps sind im Einsatz, mehrmals müssen sie ins Haus. Über die zweite Etage hat sich das Feuer bis ins Dach durchgefressen. Hier gebieten die Kameraden den Flammen Einhalt. Unterstützt werden sie dabei von den Karstädtern, die mit dem Tanklösch- und dem Löschgruppenfahrzeug zur Hilfe eilen, und den Wittenbergern mit ihrer Drehleiter. So kann die Perleberger Drehleiter dann an der Rückfront des Hauses in Stellung gehen, muss dabei aber auf dem Nachbargrundstück über die Auffahrt von Christian Radtke.

„Er hat sofort sein Ok gegeben, hat in Kauf genommen, dass seine Auffahrt in Mitleidenschaft gezogen wurde und auch sein Carport. ,Alles gut, Hauptsache, ihr holt die Leute aus dem Haus’, hat er gesagt“, berichtet Uwe Schleich, Pressesprecher der Feuerwehr, der zugleich ein großes Dankeschön damit verbindet.

Alles andere werde jetzt über die Stadt und deren Versicherung geregelt.

Während die Kameraden das Feuer komplett löschen, kocht man in der Bäckerei Eichler schon Kaffee für sie. „Gefühlt hatten wir Null Grad, die Sachen waren nass, da tut ein heißer Kaffee doppelt gut“, so Christoph Passow, der den Einsatz leitet. Die weitere Versorgung übernimmt dann die Kantine Engel.

Alle Bewohner sind gerettet, auch zwei Katzen, für einen Hund und eine Katze kommt jedoch jede Hilfe zu spät. Drei Wohnungen sind wahrscheinlich nicht mehr bewohnbar, so die Aussage der Feuerwehr. Ob Elektrik und Heizung in den anderen gewährleistet werden könne, darüber muss der Vermieter, der verständigt wurde, sich mit dem Versorger ins Benehmen setzen.

„Alle Bewohner sind aber erst einmal untergekommen“, bestätigt Thomas Kolbow vom Ordnungsamt, das sich sofort darum gekümmert hat. Für einen Bewohner, der nur auf Socken aus dem Haus kam, besorgt er noch entsprechende Bekleidung. „Ein Dankeschön an die Awo-Kleiderkammer, die sofort geholfen hat“, so Kolbow.

Die Polizei hat das Haus beschlagnahmt, die Brandermittler suchen nach der Ursache. Möglicherweise sind noch spezielle Untersuchungen im Labor notwendig, um diese zu klären. Ausgangspunkt des Feuers ist offensichtlich aber besagte Küche. Der Mieter der Wohnung soll zu dem Zeitpunkt nicht in der Wohnung gewesen sein, so Dörte Röhrs.  

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