Naturschutz : Feuerwehr „beatmet“ Beyerteich

Bis es dunkel wurde, wälzte die Feuerwehr mittels Pumpen das Teichwasser um.  Fotos: Beate Mundt
1 von 2
Bis es dunkel wurde, wälzte die Feuerwehr mittels Pumpen das Teichwasser um. Fotos: Beate Mundt

Drastischer Abfall der Sauerstoffkonzentration führt zu plötzlichem Fischsterben/ Mit provisorischen Wasserwerfern erste Hilfe geleistet

23-11368046_23-66107915_1416392335.JPG von
20. August 2015, 22:00 Uhr

Mittwoch gegen 18 Uhr am Beyerteich. Ein trostloser Anblick – immer mehr Fische schwimmen mit dem Bauch nach oben, sind verendet. Binnen kurzer Zeit wird der Teich für sie zur Falle. Hilfesuchend wenden sich die Pächter Sven Neumann und Lutz Lauck an die Perleberger Feuerwehr. Wenn einer schnell helfen kann, dann nur sie. Denn der Sauerstoffgehalt im Teich ist drastisch abgefallen, beträgt weniger als zwei Milliliter pro Liter. „Neun Milliliter wären bei einer Wassertemperatur von 20 Grad Celsius normal“, berichtet Lutz Lauck. Von Hause aus ist er gelernter Fischwirt, weiß also, was das für viele der Fische im Teich bedeutet. Insbesondere Hechte, Barsche, Plötze, aber auch einige Schleie verenden. Am Ende sind es zwischen 30 und 40 Kilo toter Fisch, den Lutz Lauck aus dem Teich holt.

Dass es nicht noch mehr geworden sind, dafür sorgt die Feuerwehr. Über ein Löschgruppenfahrzeug wird ein Wasserkreislauf aufgebaut und mittels zweier provisorischer Wasserwerfer das Nass fontänenartig wieder über dem Teich verregnet, diesem so Sauerstoff zu geführt.

Fast drei Stunden arbeiten die Pumpen mit Hochdruck, dann wird es dunkel. Leichtes Aufatmen bei den Pächtern, denn der Sauerstoffgehalt bewegt sich zwischen 5 bis 6 Milliliter pro Liter. Doch bis gestern morgen ist er wieder abgefallen. Die Ursachen können vielschichtig sein, so Kreisgewässerwart Norbert Markwart, dessen fachliche Meinung der „Prignitzer“ einholt.

Die hohen Temperaturen der letzten Tage, dazu kaum Wind und Wellen und damit nur sehr wenig Sauerstoffeintrag, da könne so etwas durchaus passieren. Doch erfahrungsgemäß regeneriere sich so ein Teich wieder wie auch die Fische.

Lutz Lauck, der den Beyerteich ständig im Blick hat, vermutet ebenfalls, dass das Wetter hier der Auslöser war. Nach der Hitze folgten bedeckte Tage, ließ sich die Sonne so gut wie gar nicht blicken. Wasserpflanzen produzieren dann kein Sauerstoff, sondern verbrauchen diesen. Dafür produzieren sie Kohlendioxid, und das Wasser kippt schlagartig um, Fische sterben. Einzig Karpfen und Schleie verkraften das noch, so der gelernte Fischwirt. Hechte hingegen seien da sehr empfindlich, doch sie brauche der Teich, sonst ist das natürliche Gleichgewicht gestört. So müssen die beiden Pächter nun auch hier über einen neuen Hechtbesatz nachdenken.

Doch Vorrang habe jetzt erst einmal, für ausreichend Sauerstoff im Teich zu sorgen. „Insofern sind wir dankbar für jede Hilfe, beispielsweise mit Teichpumpen.“ Bis dahin hoffen die beiden vor allem auf Sonnenschein, damit sich der Teich schon mal selber helfen kann. Ein großes Dankeschön möchten sie aber schon jetzt den Kameraden der Feuerwehr sagen.

Wer helfen kann und möchte, erreicht Lutz Lauck unter 01747504544.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen