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Der Prignitzer

23. November 2017 | 21:35 Uhr

Feuer vertreibt Kühe nach Bälow

vom

svz.de von
erstellt am 12.Feb.2013 | 06:59 Uhr

Netzow | Nach dem Brand am Montag in der Milchviehanlage in Netzow (wir berichteten gestern) kehrt für die Mitarbeiter vorerst keine Ruhe ein. Bis gestern früh haben sie die 150 Milchkühe nach Bälow bei Rühstädt gebracht. "Wir konnten die Tiere hier in Netzow nicht mehr versorgen und auch nicht melken. In Bälow hat uns Dirk Glaeser sehr geholfen", sagt Ronny Hinz, stellvertretender Geschäftsführer in Netzow.

Die Kühe stehen dort zunächst sicher. Allerdings ist der Weg zur Arbeit für die sieben Netzower Mitarbeiter bedeutend weiter. Täglich müssen sie nach Bälow fahren, um die 150 Kühe zu versorgen, zu füttern und zu melken. "Das Gute an der Sache ist, dass in Bälow genügend Futter für unsere Kühe vorhanden ist und wir dieses dort einkaufen. Lediglich das Kraftfutter nehmen wir aus Netzow mit", sagt Hinz.

Wie es in Netzow weitergeht, ist auch einen Tag nach dem vernichtenden Feuer unklar. Zwar gab es eine erste Besichtigung des abgebrannten Stalls mit dem Versicherer, allerdings auch nur von außen. "Wir dürfen den Brandort nicht betreten, weil die Kriminalpolizei noch nicht da war. Erst wenn die Brandermittler die Anlage freigeben, können wir uns ein detailliertes Bild machen", sagt Hinz. Klar sei aber, dass das Wirtschaftsgebäude komplett neu aufgebaut werden muss. Auch der Milchtank muss erneuert werden.

"Der Laufstall muss einen neuen Giebel erhalten und vielleicht zwei oder drei Dachbinder. Das ist wichtig, weil wir hygienische Vorschriften einhalten müssen, was auch richtig ist. Denn Milch ist ein wertvolles Nahrungsmittel", erklärt Ronny Hinz. Auch die Zukunft von sieben Mitarbeitern bleibe offen. Denn nur wenn die Versicherung den Schaden reguliere, die Gebäude wieder aufgebaut werden können, werde die Milchviehhaltung in Netzow eine Zukunft haben, so die Geschäftsführung.

Die Hilfe des Betriebes in Bälow könne nur vorübergehend sein. Sollte der Stall nicht wieder aufgebaut werden, wird es auch keine Milchviehhaltung und damit keine Arbeitsplätze mehr geben. "Wir müssten uns dann auf den Ackerbau und die Mutterkuhhaltung beschränken", sagt Hinz. Wie hoch der tatsächlich entstandene Schaden ist, werde sich erst nach Abschluss der Untersuchungen und den Gesprächen mit der Versicherung herausstellen.

"Für uns war es kein Problem, die Tiere aufzunehmen, weil wir unsere Milchviehhaltung aufgeben. Die Ställe sind vorhanden und auch das Futter und die Melktechnik", sagt Dirk Glaeser von der Agrargenossenschaft Abbendorf. Die Tiere könnten so lange bleiben, wie nötig. Außerdem, so Glaeser, hatte einst auch sein Unternehmen Hilfe und Solidarität erfahren, als die Kühe wegen des Elbehochwassers evakuiert werden mussten.

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