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Der Prignitzer

24. November 2017 | 18:04 Uhr

Feuer vernichtet Milchviehanlage

vom

svz.de von
erstellt am 11.Feb.2013 | 07:22 Uhr

Netzow | Alle 150 Milchkühe konnten gerettet werden. Das ist aber auch schon die einzige gute Nachricht zu dem gestrigen Brand in der Netzower Milchviehanlage. Die Anlage selbst hat das Feuer zerstört, die Kühe müssen bei anderen Betrieben untergebracht werden, sieben Angestellte haben vorübergehend keine Arbeit mehr und auch die gestrige Milch ist verloren.

Am Vormittag brach das Feuer im Wirtschaftsgebäude der Milchviehanlage an der Hauptstromverteilung aus. Rasend schnell soll sich das Feuer nach Augenzeugenberichten auf den Dachstuhl ausgebreitet haben. "Als dieser zusammenbrach, war das ganze Gebäude verloren", sagt Betriebsleiter Konrad Goeritz. Fassungslos steht er mit seinen Mitarbeitern zwischen den Einsatzkräften. Die sind noch immer mit Atemschutztechnik und Schläuchen dabei, die letzten Glutnester zu löschen.

In dem Gebäude befand sich nicht nur die Hauptstromversorgung für den Betrieb, sondern auch Aufenthaltsräume für die Mitarbeiter und der Milchtank. 4000 Liter Milch lagerten darin. "Der Milchtanker kommt täglich und holt die Milch ab. Gestern musste er jedoch nicht mehr kommen. Die Umweltbehörde des Landkreises wies den Betrieb an, die Milch in die Gülletanks zu entsorgen. Sie sei nicht mehr zu verwerten. Damit verlor der betreib auch noch seine wichtigen Tageseinnahmen. Für einen Liter Milch bekommt er derzeit 30 Cent.

Auch in den nächsten Tagen wird keine Milch aus Netzow kommen. Ohne Strom können die 150 Milchkühe nicht gemolken werden. "Wir haben hier eine Herde mit sehr guter Milchleistung. Die Tiere sind an ihr Futter gewöhnt und an einen geregelten Tages- und Melkablauf", sagt Konrad Goeritz. Mit Hilfe von anderen Betrieben in Bendelin und Abbendorf wird versucht, die Tiere zu verteilen, weil sie in Netzow nicht mehr versorgt werden können.

Die Einnahmen aus Milchviehhaltung sind die Haupteinnahmequelle des Unternehmens. Sieben Mitarbeiter haben im Moment hier keine Arbeit mehr. Neben den Milchkühen gilt es noch 40 Mutterkühe zu versorgen.

Nach ersten Einschätzung durch den Betriebsleiter liege der entstandene Schaden bei etwa 500 000 Euro. "Allerdings wird es wohl gut 1,5 Millionen Euro kosten, um den Laufstall, das Nebengebäude und die Melkanlagen wieder aufzubauen", sagt Konrad Goeritz.

Zunächst wird jedoch die Kriminalpolizei den Brandort untersuchen und die exakte Brandursache ermitteln. Das sei auch für alle weiteren versicherungstechnischen Fragen wichtig. Wie und wann es in Netzow weiter geht, wann die Kühe zurückkommen und ob das Objekt saniert werden kann, sind alles offene Fragen. Auch was mit den betroffenen Mitarbeitern wird, sei im Moment noch unklar, so Betriebsleiter Konrad Goeritz.

Sechs Feuerwehren mit 45 Einsatzkräften aus Glöwen, Bendelin, Netzow, Söllenthin, Havelberg und Barenthin waren im Einsatz, sagt Einsatzleiter Jens Morche aus Glöwen. Das feuerwehrtechnische Zentrum aus Perleberg brachte zur Sicherheit zusätzliche Schläuche zu sorgen.

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