Wittenbergerin muss sich in Neuruppin verantworten : Feuer mit weitreichenden Folgen

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Zeugen berichten am zweiten Verhandlungstag zur Wittenberger Brandserie von ihren Erlebnissen.

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14. Dezember 2017, 21:00 Uhr

Gleich drei Brände erlebte eine 44-jährige Wittenbergerin in kurzen Zeitabständen mit. Am 14. Mai dieses Jahres brannte es an ihrem Haus, zwei Nächte später in der Nachbarschaft, am 27. Mai dann bei ihrem unmittelbaren Nachbarn.

Alle diese Brandstiftungen werden Sylvia S. zur Last gelegt. Die 39-Jährige muss sich derzeit für insgesamt elf Brandlegungen im Innenstadtbereich von Wittenberge vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Sie bestreitet die Taten. Die letzte am 14. Juni gab die Angeklagte zu, schränkte ihr Handeln aber dahingehend ein, dass es ein Versehen gewesen sei.

Das war das Feuer in der Bäckerstraße nicht. Die 44-jährige Zeugin lag nachts wach im Bett, als sie einen Knall hörte. Sie dachte an ein Feuerwerk von der nahe gelegenen Ölmühle. Doch die nachfolgenden Geräusche kamen ihr merkwürdig vor. Es knisterte und knackte. „Feuer ist nicht leise. Das wusste ich bis dahin nicht.“ Als sie ihre Schlafzimmertür öffnete, sah sie bereits einen Feuerschein durchs Fenster. Sie weckte ihre Eltern. Gemeinsam konnten sie das Feuer, das an zwei Stellen brannte, löschen. Ein Fenster musste anschließend ausgetauscht werden, die Klingelanlage war kaputt, berichtete die Zeugin.

Von den beiden anderen Bränden war sie nicht unmittelbar betroffen. Einmal sah sie die Feuerwehr mit Blaulicht anrücken. Am 27. Mai wurde sie durch den Rauchmelder des Nachbarn aufmerksam, nachdem sie selbst zuvor ein lautes Zischen wahr genommen hatte. Sie rief die Feuerwehr, die, wie sie gestern sagte, mit den Worten reagierte: „Wie, schon wieder die Bäckerstraße? Da waren wir doch gerade.“ Auch dort entstand Sachschaden, glücklicherweise kamen keine Personen zu Schaden. Der Hausbesitzer und seine Mieter waren in jener Nacht nicht zu Hause.

Die 44-Jährige war von den Erlebnissen nachhaltig beeindruckt. Sie war eine Woche krank geschrieben. „Ich konnte nicht mehr. Ich war fertig“, schilderte die Frau nachvollziehbar vor Gericht. Auch kann sie nicht mehr wie früher schlafen. So erging es auch einer 24-Jährigen. Sie kann ohne ihre Hündin nicht mehr schlafen. „Wenn sie neben mir liegt, kann ich ruhig schlafen“, sagte die junge Frau gestern. Das Tier hat sie in der Aprilnacht durch ständiges Bellen geweckt. Die junge Frau musste von der Feuerwehr aus ihrer Wohnung heraus geholt werden und wegen einer Rauchgasvergiftung zwei Tage im Krankenhaus bleiben. Zwei Wochen war sie krank geschrieben. Sie konnte danach nicht mehr in der Wohnung leben und ist ausgezogen. Einer ihrer Nachbarn, der den Brand entdeckt hatte, hat das Geschehen offensichtlich besser verkraftet. Er sprach nicht von psychischen Folgen. Die Verhandlung wird am Dienstag fortgesetzt.


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