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Der Prignitzer

15. Dezember 2017 | 19:08 Uhr

Großbrand : Feuer in Uenze vernichtet Halle

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Sachschaden in Millionenhöhe: Landwirt bangt um Zukunft seines Betriebes. Mehrtägige Brandwache vonnöten.

von
erstellt am 10.Jul.2015 | 22:00 Uhr

Großer Schreck gestern Vormittag gegen 9.20 Uhr: Heinrich Harten und seine Partnerin hatten sich gerade in ihr Büro auf ihrem Hof in Uenze-Ausbau begeben, um Papierkram zu bearbeiten, als sie einen lauten Knall hörten. Dennoch nichts Böses ahnend, liefen sie nach draußen. „Da stand unsere Halle schon komplett in Flammen, es brannte lichterloh“, berichtet der Landwirt schockiert.

In dem vor sieben Jahren als Reithalle errichteten Gebäude lagerte trockenes Heu – Futtervorrat für zwei Jahre – außerdem waren Gerätschaften und zwei Traktoren untergestellt, einer davon fast neuwertig. Einen Trecker konnte Heinrich Harten noch herausfahren. Mehr war allerdings nicht zu retten.

Als erste Helfer waren die Feuerwehrkameraden aus Uenze und Perleberg vor Ort. Aufgrund der Größe des Brandortes und der Nähe zu anderen Gebäuden wurden zahlreiche Kräfte nachgeordert, darunter die Feuerwehren aus Weisen, Groß Pankow, Spiegelhagen, Glöwen, Düpow und Groß Buchholz. Allerdings – viel ausrichten konnten die Kameraden auch nicht – kontrolliertes Abbrennen war die Devise. Dabei galt es, die benachbarten Gebäude zu schützen.

Gegen 11 Uhr wurden dann die ersten Kameraden wieder abberufen, die Perleberger übergaben den Einsatz an den Plattenburger Gemeindebrandmeister, um den Brandschutz in der eigenen Stadt weiterhin sicher zu stellen. Zunächst übernahm die Feuerwehr Glöwen gemeinsam mit Uenze die Absicherung, im Laufe des Tages lösten die Kleinower sie ab. Fast zwanzig Feuerwehrfahrzeuge und 80 Kameraden waren zwischenzeitlich im Einsatz. Über die Gemeindeverwaltung Plattenburg wurde die Brandwache organisiert, die wohl zwei Tage aufrecht erhalten werden muss, so Detlef Brenning vom Ordnungsamt Plattenburg.

Während des Einsatzes kündeten riesige Rauchschwaden, die sich in Richtung Uenze und zur B  5 hin ausbreiteten, vom Unglück. Glücklicherweise wehte der starke böige Wind gestern Vormittag so, dass er Qualm und Funken von Hofgebäuden und Wohnhaus wegtrug. Bei entgegengesetzter Windrichtung hätten die Flammen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auf alle anderen Gebäude übergegriffen.

Aber auch so ist der Schaden enorm. Heinrich Harten geht von einer siebenstelligen Summe aus, allein durch die Ackertechnik, die in der Halle untergestellt war. Personen und auch Tiere kamen indes nicht zu Schaden. Die Gänse, die ihren Unterschlupf ebenfalls in der Halle hatten, konnten ins Freie laufen und sich auf dem zum Hof gehörenden Teich in Sicherheit bringen. Die Vierbeiner, die zum Hof gehören, darunter Mutterkühe, befinden sich auf Weideflächen.

Die Ermittlungen zur Brandursache laufen. Dass sich das in diesem Jahr aufgrund der Witterung sehr trockene Heu selbst entzündet hat, halten die Hofbesitzer für eher unwahrscheinlich. Auch für Brandstiftung gab es aus ihrer Sicht keinerlei Hinweise. Brandursachenermittler der Polizei wurden gestern sofort hinzugezogen.

Vor rund 25 Jahren kaufte Heinrich Harten den Hof, machte aus ihm ein schmuckes Anwesen, baute einen Agrarbetrieb auf, bildet auch Lehrlinge aus. Der derzeitige Azubi ist übrigens aktives Feuerwehrmitglied, befand sich gestern zum Zeitpunkt des Brandes jedoch am Oberstufenzentrum in Pritzwalk, wo er seine theoretische Ausbildung absolviert. Wie es nun mit dem Hof weitergeht und ob überhaupt – Heinrich Harten hob gestern resigniert die Hände. Ein Teil seines Lebenswerkes ist auf jeden Fall zerstört.

 
 

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