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Verbrennung von Weihnachtsbäumen : Feuer in der Prignitz genehmigt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Feuerwehren im Kreis können Weihnachtsbäume verbrennen / Verbindliche Regelung wird angestrebt

von
erstellt am 16.Jan.2015 | 19:00 Uhr

Wenn die Breeser Löschzwerge in der zweiten und dritten Januarwoche Weihnachtsbäume einsammeln, dann geben viele Bürger gerne den obligatorischen Euro oder noch etwas mehr. Der Baum ist weg, das Geld kommt der Jugendwehr zugute und an einem Samstag trifft man sich gemeinsam am großen Feuer. Eine runde Sache.

Nach Auffassung einiger Ordnungsämter im Landkreis soll sich an dieser noch recht jungen Tradition auch künftig nichts ändern – entgegen einem Vorstoß des Brandenburger Umweltministeriums. Das hatte ein Schreiben mit dem Titel „Unzulässiges Verbrennen von Weihnachtsbäumen“ an die Kommunen verschickt und darauf hingewiesen, dass Weihnachtsbäume als Haushaltsabfall gelten und dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger überlassen werden müssen.

„Dieses Schreiben ist uns bekannt“, sagt Karsten Lehmann, Leiter des Ordnungsamtes der Gemeinde Groß Pankow. Es habe dazu eine Beratung mit dem Landkreis gegeben, letztendliche Rechtssicherheit bestehe bisher aber nicht. „Wir als Ordnungsämter des Kreises haben angeregt, das Thema weiter im Gespräch zu halten und auch das Ministerium mit ins Boot zu holen, damit eine sinnvolle Lösung gefunden werden kann“, so Lehmann. Traditionsfeuer, wie sie auch die Feuerwehren der Gemeinde Groß Pankow organisieren, seien mit der Auflage, kein frisches Grün zu verbrennen, genehmigt worden.

Im Amt Putlitz-Berge hält sich das Verständnis für das Papier des Ministeriums in Grenzen. „So eine Anordnung ist in ländlichen Regionen wie der Prignitz einfach deplatziert“, sagt Ordnungsamtschef Peter Jonel. „Bei den Traditionsfeuern im Januar werden ausschließlich Tannenbäume verbrannt, also unbehandeltes Holz. Wir sehen keinen Grund, das zu verbieten.“ Auch Gerald Neu, Ordnungsamtsleiter im Amt Bad Wilsnack/Weisen plädiert dafür, die Kirche im Dorf zu lassen. „Diese Feuer werden beispielsweise in Breese, Weisen und Bad Wilsnack seit Jahren veranstaltet und von den Bürgern gerne genutzt, um zusammen zu kommen. Außerdem kommt der Erlös aus der Baumsammlung den Jugendwehren zugute.“ Hier müsse es Möglichkeiten geben, das zu erlauben, ohne in Konflikt mit Verordnungen zu geraten.

In der Stadt Wittenberge sieht man es differenzierter. „Wenn man es genau nimmt sind Weihnachtsbäume frisches Grün, das eigentlich nicht verbrannt werden dürfte“, sagt Ordnungsamtschef Gotthard Poorten. Es sei allerdings unsinnig, die Tannen drei Jahre liegen zu lassen. „Wir bieten stattdessen die Entsorgung über den Stadtbetriebshof an, der die Tannen von den Containerstellplätzen abholt. In der Elbestadt seien bisher keine Feuer zum Verbrennen von Weihnachtsbäumen beantragt. „Allerdings werden auch in Wittenberge Traditionsfeuer nach entsprechender Prüfung weiterhin genehmigt werden“, so Poorten.

Die Prignitzer Kreisverwaltung hält sich in dieser Sache momentan zurück. „Diese Thematik fällt nicht in unsere Zuständigkeit“, macht Edelgard Schimko, Geschäftsbereichsleiterin für Wirtschaft, Bau und Kataster – unter die auch der Sachbereich Abfallwirtschaft fällt – deutlich. „Bei derartigen Feuern werden Paragrafen des Bundes- und des Landesimmissionsschutzgesetzes berührt, gegebenenfalls auch Gesetze für die Abfallentsorgung, denn der Weihnachtsbaum ist rein rechtlich als Abfall zu betrachten“, sagt Schimko. Allerdings sei das Verbrennen von pflanzlichen Abfällen in einer Landesverordnung geregelt, deren Umsetzung den kommunalen Ordnungsämtern obliege.

„Meine persönliche Meinung ist die, dass das Ministerium hier einfach übers Ziel hinausgeschossen ist“, so Edelgard Schimko. Die entsprechenden Verordnungen gebe es bereits, man müsse nur für den Fall der Weihnachtsbäume über die Durchführungsbestimmungen nachdenken.  

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