zur Navigation springen
Der Prignitzer

15. Dezember 2017 | 22:50 Uhr

Feuer auf der Ölmühle

vom

svz.de von
erstellt am 18.Aug.2013 | 06:08 Uhr

Wittenberge | Der Anblick aus der Ferne sah schlimm aus: Die lodernden Flammen erweckten Freitagabend den Eindruck, als ob die Ölmühle brennen würde. Glücklicherweise war es nur ein als Lagerraum genutztes Nebengebäude. Weder Hotel noch Brauhaus oder Bühne wurden beschädigt. Ob Brandstiftung oder ein technischer Defekt die Ursache war, blieb bis zum gestrigen Redaktionsschluss offen.

Gegen 23 Uhr riefen Mitarbeiter des Brauhauses die Feuerwehr. Schon zuvor soll es in der Umgebung nach Rauch gestunken haben, erzählen Passanten. Als die Feuerwehr anrückt, ziehen bereits Rauchschwaden durch die gesamte Altstadt. Phasenweise tendiert die Sicht in der Bad Wilsnacker Straße gen Null. Schläuche werden ausgerollt, Atemschutzmasken angelegt. Ohne diese können die Löschtrupps in dem beißenden Rauch nicht arbeiten.

Einsatzleiter Steven Reppert fordert zur Verstärkung die Breeser Wehr, später wird auch Weisen noch kommen. "Wir brauchen extrem viel Wasser", sagt er. Zeitweilig sind bis zu sieben Löschtrupps im Einsatz, muss das Wasser aus drei Hydranten in der Wilsnacker Straße geholt werden. Bis zu 600 Meter lang sind die Schlauchleitungen. "Es hat nicht viel gefehlt und wir hätten noch Wasser aus der Elbe pumpen müssen", so der Einsatzleiter.

Das Feuer ist hartnäckig, bricht an immer wieder anderen Stellen des Gebäudes durchs Dach. Kameraden schlagen Fenster ein, brechen Türen auf, um das Löschwasser effektiver einzusetzen. Auch von der Drehleiter herab wird aufs Dach gespritzt. Sogar ein Wasserwerfer kommt zum Einsatz. Er spuckt pro Minute 2400 Liter auf die Flammen.

Schaulustige stehen am Eingang, müssen von der Polizei mehrfach des Geländes verwiesen werden. Besorgte Touristen schauen aus den Hotelfenstern, einige haben ihre Fahrräder in dem brennenden Gebäude abgestellt. Notärzte und Rettungswagen sind vor Ort, falls es Verletzte geben sollte. "Aus dem Nachbargebäude haben wir eine Person gerettet. Der Rauch wäre für den Mann lebensgefährlich gewesen", sagt Reppert.

Kameraden melden Gefahrgut. Behälter mit unbekannten Inhalt seine gefunden worden. Auch Dieselkraftstoff soll in dem Gebäude sein. Das macht den Einsatz nicht leichter. Erst gegen 0.30 Uhr scheint das schlimmste überstanden zu sein. Doch der Einsatz zieht sich in die Länge. "Wir müssen das Dach und die Zwischendecke aufnehmen, um alle Glutnester zu finden", erklärt Reppert. Erst nach fünf Stunden rücken die rund 50 Kameraden ab, bis 6 Uhr bleibt eine Brandwache auf dem Gelände. Zwei Kameraden wurden leicht verletzt.

Bei Tageslicht ist zunächst gar nicht viel von den Folgen zu sehen. Türen sind verschlossen, drum herum ist alles aufgeräumt. Lutz Lange als Mitgesellschafter der Genesis GmbH, die Eigentümerin des Geländes, ist froh, das niemand ernsthaft verletzt, keines der Nutzgebäude beschädigt wurde. "Hotel- und Gaststättenbetrieb laufen normal weiter", sagt Lange. Auch die große Hochzeit am Sonnabend kann wie geplant stattfinden.

Dennoch sei ein finanzieller Verlust entstanden. "Alle unsere E-Bikes sind verloren, unsere Leihräder und 26 Räder von Touristen", so Lange. Ihnen habe er aber sofort Hilfe anbieten können. Einige hätten Leihräder bekommen, andere seien mit dem Zug nach Hamburg gefahren. "Eine dritte Gruppe konnten wir dank des Reisedienstes Westprignitz nach Hitzacker fahren, wo sie von ihrem Reiseveranstalter neue Räder erhielten", sagt Lange. Für den Verlust komme seine Versicherung auf. Zerstört habe das Feuer auch Stühle, eine Werkstatt und technisches Equipment für den geplanten Tauchturm.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen