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Wittenberger Garagenpächter sucht Hilfe : Fete an Garagen sorgt für Ärger

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Gefährliches Lagerfeuer, Dreck und Schmutz rufen Pächter auf den Plan. Ordnungsamt sucht Eigentümer des Geländes.

von
erstellt am 27.Mai.2016 | 05:30 Uhr

Bernd und Hannelore Daum sind verärgert. Vor ihrem Garagentor im Block H des Garagenkomplexes im Pappelweg liegt eine große Palette. Dazu kommt noch einiger Müll. Einige Meter entfernt liegt eine zweite, zum Teil verkohlte Holzpalette. Daneben eine alte Kabeltrommel und unübersehbare Spuren eines Feuers einschließlich einer Menge angekokelter Konservenbüchsen. Auch Flaschenscherben liegen ’rum. Pfingsten sollen hier junge Leute lautstark gefeiert und ein großes Feuer entfacht haben. „Der Dreck ist liegen geblieben. Wenn ich an meine Garage will, muss ich erst aufräumen“, sagt Daum. Die Unordnung und das illegale Feuer haben ihn so sehr geärgert, dass er beim städtischen Ordnungsamt vorstellig wurde. Die Leute dort hätten gesagt, sie können nichts machen. Dabei zahle er doch Garagenpacht an die Stadt, so Daum.

Diese Aussage könne so nicht stehen bleiben, erklärt der städtische Ordnungsamtsleiter Gotthard Poorten. „Wir haben das Problem des Garagenpächters aufgegriffen. Denn wäre es unser städtisches Gelände, würden wir, wenn derartige Vorfälle bekannt werden, für Ordnung sorgen.“ Aber, so hätten Recherchen ergeben, „wir verfügen in dem Garagenkomplex Pappelweg über kein Gelände.“ Außerdem erhielte die Stadt auch keine Pacht.

Wohin genau Daums ihre Pacht bzw. Miete überweisen, das konnten sie im Gespräch mit dem „Prignitzer“ nicht auf Anhieb sagen. Sie wissen aber, dass es ganz früher mal einen Verein gab, der sich um alles kümmerte. „Den gibt es schon lange nicht mehr“, wissen junge Leute, die in der Nachbarreihe eine Garage gepachtet haben. Auch sie erzählen von der Pfingstfete. „Sogar von der B 189 aus hat man das große Feuer gesehen. Wir haben uns gewundert, dass keine Feuerwehr kam, wo es doch so windig und trocken war.“ Weshalb niemand die Feuerwehr gerufen hat, klärt sich bei diesem Gespräch nicht. Dafür meinen wieder andere Pächter zu wissen, dass die Feiernden ja selbst Garageninhaber sind. Einer der Garagenpächter bringt die WGW ins Gespräch. Der Wohnungsbaugesellschaft sollen Gelände und Unterstellmöglichkeiten gehören. WGW-Chef Torsten Diehn bestätigt das für einen Teil des Geländes. Die Gesellschaft ist mit der Neuordnung der Verhältnisse nach der Wende in diesen Besitz gelangt. Aber, so Diehn, der Block H gehöre nicht dazu. Ein anderer Teil des Garagenkomplexes steht auf Land eines privaten Grundstücksbesitzers. Die Reihe H gehört auch da nicht dazu. Wie das städtische Ordnungsamt gestern sagte, sei bei zwei Reihen der Besitz derzeit noch unklar. Und genau dort haben Daums ihre Unterstellmöglichkeit.

Und wie nun weiter? Ordnungsamtschef Poorten versicherte, „dass wir uns den Bereich ansehen, versuchen, den Eigentümer ausfindig zu machen und von ihm die Einhaltung der Stadtordnung fordern werden“. Allerdings dürfe die Stadt nicht einfach selbst auf fremdem Eigentum tätig werden.  

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