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Weihnachten in der Welt : Festtage beim Barbecue am Strand

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Inselstaat Mauritius lockt zu Weihnachten mit sommerlichen Temperaturen. Für uns berichtet Kamal Raj Ramoogur über die Traditionen in seiner Heimat.

von
erstellt am 21.Dez.2014 | 12:00 Uhr

Andere Länder – andere Sitten. Das trifft insbesondere auf die Advents- und Weihnachtszeit zu. In unserer Serie „Weihnachten international“ geht es heute nach Mauritius.

Wird in einem Inselstaat im Südwesten des Indischen Ozeans, ungefähr 870 Kilometer östlich von Madagaskar und zirka 1700 Kilometer vom afrikanischen Festland entfernt, überhaupt Weihnachten gefeiert? In einem Multi-Kulti-Land, das viele Religionen beherbergt, das in der Geschichte portugiesische, niederländische, französische und britische Kolonialherren hatte? Die Antwort von Kamal Raj Ramoogur: „Ja, natürlich!“ Obwohl seine Familie und er Hinduisten sind, gibt es die Geschenke am 25. Dezember. Père Noël, der Weihnachtsmann, bringt sie. Sie liegen unterm Baum, einem echten, geschmückten Weihnachtsbaum, wie der Mediziner betont. Die Familien sind beieinander. Genauso, wie in seiner Wahlheimat Deutschland.

Na ja, nicht ganz genauso, räumt Kamal Raj Ramoogur ein. Der Allgemeinmediziner absolviert am Kreiskrankenhaus in Perleberg seine Weiterbildung zum Internisten. „Bei uns ist jetzt Sommer, die Leute sind draußen, am Strand.“ Die tropischen Inseln auf der Südhalbkugel sind gerade zu dieser Jahreszeit ein begehrtes Reiseziel für jene, die Sonne und Wärme suchen. Insofern ist der Weihnachtsschmaus auf Mauritius eher ein Barbecue. Ganz anders als bei uns, haben alle Geschäfte am 24. Dezember bis spät abends geöffnet, am 25. Dezember bis mittags. „Bei unseren Ladenöffnungszeiten entsteht kein Weihnachts-Einkaufsstress“, berichtet der Arzt, der mit Frau und Kind in Wittenberge wohnt.

Ähnliches Prozedere zum Jahreswechsel: Auch da sind Einheimische und Touristen draußen, treffen sich, grillen gemeinsam, stoßen aufs neue Jahr an. Nur das Feuerwerk ist ungleich üppiger und lauter als in Deutschland. „Ich selbst bin nicht so für Feuerwerk. Aber: Ja, es stimmt, auf Mauritius ist das sehr viel größer als hier.“

Dass Silvester am 31. Dezember und Neujahr so einhellig am 1. Januar gefeiert wird, ist nicht unbedingt selbstverständlich, schließlich habe jede Religion ihren eigenen Termin für den Jahresbeginn. „Das wird dann jeweils noch mal extra begangen“, erzählt er. Eine Besonderheit fällt ihm bezüglich des Essens an Neujahr ein: „Die Leute kaufen Chèvre – Ziegenfleisch – frisch und bereiten das dann zu.“

Bei ihm zu Hause wird das Fest nächste Woche eher besinnlich und ganz in Familie stattfinden. „Meine Eltern sind auch hier. Wir feiern gemeinsam.“ Mit Sicherheit dann aber drinnen, denn von Strandwetter ist Deutschland zu Weihnachten Lichtjahre entfernt. Kamal Raj Ramoogur vermisst das nicht unbedingt.

„Es ist schön hier. Wir wohnen gern in Wittenberge“, sagt der Akademiker, der sechs Sprachen spricht. Darunter auch Russisch, weil er sein Medizinstudium in Nischni Nowgorod, im Westen Russlands, absolvierte. „In meinem Heimatland gibt es keine medizinische Fakultät, und so habe ich mich nach dem Abitur weltweit informiert, wo man Medizin bezahlbar studieren kann.“ Auch Großbritannien und Frankreich habe er in Erwägung gezogen, sich aus Kostengründen dann aber für Russland entschieden.

Danach kehrte er in seine Heimat zurück, arbeitete als Allgemeinmediziner, um nun für die Facharztausbildung wieder ins Ausland zu gehen. Dieses Mal nach Deutschland, zunächst nach Düsseldorf, wo er für zehn Monate einen Intensiv-Deutschkurs belegte. Die Wahl der Familie auf ein Domizil in Ostdeutschland kam nicht von ungefähr: Wohnraum und Kita-Plätze sind speziell in dieser Region keine Mangelware, wie anderswo. „Und im Perleberger Krankenhaus kann ich die gesamte Ausbildung über fünf Jahre absolvieren“, bricht der sympathische Mann eine Lanze für die Prignitz.  

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