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“alles neu“ in klein leppin : Festland bricht auf zu neuen Ufern

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Verein aus Klein Leppin stellt sein umfangreiches Jahresprogramm vor: Neben „Dorf macht Oper“ gibt es neue Veranstaltungen und Kooperationen.

Im vergangenen Jahr feierte der Verein Festland e.V. aus Klein Leppin sein zehnjähriges Bestehen. Höchste Zeit, zu neuen Ufern aufzubrechen, findet Vorsitzende Christina Tast. Das Motto der Vereinsleute lautet daher für 2014: alles neu!

„Wir wollen nicht mehr nur im eigenen Saft schmoren, sondern in eine neue Etappe starten, indem wir über den Tellerrand schauen und uns mehr nach außen öffnen“, erklärt Christina Tast. Das Jubiläum habe den Anlass dafür gegeben, nicht nur die vergangenen Jahre zu reflektieren, sondern auch neue Ideen zu spinnen, die in diesem Jahr in die Tat umgesetzt werden sollen.

Höhepunkt wird aber eine altbekannte Veranstaltung: Für die nächste Auflage von „Dorf macht Oper“ haben die Proben schon begonnen. Am 14. und 15. Juni wird dann ein Opernerlebnis nach Vorlage des Stücks „Dido und Aeneas“ von Henry Purcell auf die Bühne gebracht. „Noch sind nicht alle Rollen besetzt, wir hoffen noch auf eine Zusage von Sophia Körber“, verrät Christina Tast. Die Regie übernimmt wieder Mira Ebert. Die karthagische Königin Dido spielt Carolin Löffler, Aenaeas wird von Michael Rapke verkörpert.

Für die Aufführungen wird das ganze Dorf mit Pavillons geschmückt, die das Thema des Stücks aufgreifen und zum Verweilen und Staunen einladen werden. Aufbau und Gestaltung der Pavillons und des Bühnenbilds übernehmen erstmals 70 Architekturstudenten der TU Berlin, die im Mai nach Klein Leppin kommen. Für die Studenten, die dank einer Kunsthistorikerin aus Krampfer gewonnen werden konnten, sei die freiwillige Arbeit in Klein Leppin eine praktische Übung zum Semesterabschluss.

Neu ist außerdem eine Kooperation mit Kulturvereinen aus Ungarn und der Slowakei. Über die Schrepkower Bildhauerin Valeria Sass, die an einer Kunstakademie in Budapest lehrt, kam der Kontakt zustande. „Colorom“, so der Name des ungarischen Partnervereins, setzt sich hauptsächlich für die Belange von Roma ein, doch das gemeinsame Thema der beiden Vereine wird ein anderes sein: Recycling. „Wir wollen mit den Ungarn ein Projekt auf die Beine stellen, in dem wir uns mit der Frage beschäftigen, wie wir aus unserem Kulturmüll etwas Neues entstehen lassen können“, so Christina Tast. Hintergrund ist das in Ungarn fehlende Müllentsorgungssystem, wie wir es in Deutschland kennen. „Das ist dort ein großes Thema. Die Menschen leben dort von unserem Zivilisationsmüll. Wir wollen nun in Workshops darüber nachdenken und ausprobieren, wie sich alte Schallplatten, Kassetten oder Büchern recyceln lassen, statt diese Dinge wegzuwerfen.“

Dafür flogen Ende Januar 21 Mitglieder des Festland-Vereins nach Budapest, um ihren Partnerverein erstmals zu besuchen. Im Sommer sind die Vereinsleute wieder auf große Fahrt – dann geht es in die Slowakei, wo der zweite, ebenfalls auf die Roma-Kultur spezialisierte Verein „Ternipe“ beheimatet ist. Auch mit den Slowaken wird das Thema Recycling erörtert. „Nächstes Jahr drehen wir den Spieß um, dann kommen die Ungarn und Slowaken zu uns in die Prignitz“, blickt Christina Tast voraus.

Und schließlich soll auch die Sanierung des Festspielhauses in Klein Leppin weiter voranschreiten. Geplant ist ein Anbau für Sanitäranlagen, der mit Hilfe von Fördergeldern und Spenden finanziert wird. Im Herbst war Spatenstich, bis zum Winter 2014/15 soll der Anbau stehen. Dabei helfen sollen idealerweise viele Prignitzer. Der Verein veranstaltet dazu im April und Oktober die Bauaktion „feste bauen!“, bei der jeder mit anpacken kann.

Neben „Dorf macht Oper“ sind im Festspielhaus zwei weitere Konzerte geplant. Im September treten bei „Rock im Stall“ mehrere lokale Bands auf, beim anschließenden Event im Oktober folgt das Pendant für den Bereich Klassik. Zudem erwartet der Verein 2014 hohen Besuch: „Dr. Wolfgang Thierse will sich unser Umbauprojekt einmal anschauen“, verrät Christina Tast. Der Ex-Bundestagspräsident ist von dem bürgerlichen Engagement begeistert und hat die Schirmherrschaft für die Sanierung übernommen.

Mehr Informationen zum Verein und seinem Jahresprogramm gibt es unter http://dorf-macht-oper.de. Karten für „Dorf macht Oper“ sind ab April und ausschließlich unter Tel. 0176/91148372 erhältlich.

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erstellt am 31.Jan.2014 | 08:00 Uhr

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