Musikfest soll weiterleben : Festival soll auch 2016 stattfinden

Beliebter Spielort zum Festival: der Parchimer Hof. Möglicherweise tritt an seine Stelle 2016 der benachbarte Judenhof.
Beliebter Spielort zum Festival: der Parchimer Hof. Möglicherweise tritt an seine Stelle 2016 der benachbarte Judenhof.

Macher schließen konzeptionelle Änderungen nicht aus, wollen das Event aber auch nicht totsparen / Finanzielle Bilanz ausgeglichen

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03. September 2015, 12:00 Uhr

Es bleibt beim Bekenntnis vom Juni dieses Jahres: „Wir machen weiter mit dem Perleberg-Festival“. So die Essenz aus der öffentlichen Sitzung des Kulturausschusses der Stadtverordnetenversammlung Dienstagabend. Die mit nationalen und internationalen Künstlern aus Folk, Lied und Weltmusik hochkarätig besetzte Veranstaltung lockte dieses Jahr nur rund 300 zahlende Besucher an – mit an die 1000 hatten die Organisatoren gerechnet. Einen schleichenden Besucherrückgang gibt es schon seit einigen Jahren.

Die verantwortliche Sachbereichsleiterin der Stadtverwaltung, Ulrike Ziebell, zog vorgestern ein Resümee der 18. Auflage der Veranstaltung, die am 13. Juni stattfand, auch mit Blick auf die Finanzierung. So konnte im Vergleich zum Vorjahr allein bei den Ausgaben für Künstlergagen, Übernachtung, Versorgung und Catering sowie Bühnen, Technik und Werbung gespart werden – gut 3000 Euro weniger fielen auf diesen Positionen an Ausgaben an. Auch die internen Personalkosten, die die Stadt für ihre Unterstützung berechnet, liegen unter denen des Vorjahres. Knapp 36 700 Euro kostete das Event insgesamt, rund 7400 Euro weniger als 2014. In diesem Jahr konnten die Macher des Festivals erneut auf die Unterstützung aus dem Prignitz-Sommer des Landkreises bauen, ebenso auf gut 11 000 Euro, die von Sponsoren eingeworben wurden. Der beim Land beantragte Zuschuss hingegen wurde nicht gewährt. Begründung: Es würden keine kommerziellen Veranstaltungen unterstützt. Zur Erinnerung: Das Land hatte das Festival 1998 im Rahmen der Initiative „Tolerantes Brandenburg“ aus der Taufe gehoben, gewährte in den ersten drei Jahren eine erhebliche Anschubfinanzierung. Anschließend war die Stadt Veranstalter. 2001 gründete sich dann der Freundeskreis.

Die finanziell ausgeglichene Bilanz 2015 kann natürlich nicht über das Besucher-Manko hinwegtäuschen. Mögliche Gründe dafür, so die Organisatoren vom Freundeskreis Perleberg-Festival, seien der neue Platz im Jahreskalender, die ungünstige Witterung und die Erhöhung der Eintrittspreise. Nachdem sich das Event über viele Jahre an einem wiederkehrenden Termin im September etabliert hatte, fand es dieses Jahr erstmals im Juni statt. Überschneidungen in den letzten beiden Jahren sowie eine Flut von Veranstaltungen im Spätsommer und eine mögliche Übersättigung potenzieller Besucher waren Beweggründe dafür. Durch den deutlichen Preisunterschied zwischen Vorverkaufs- und Abendkassen-Tickets lief der Absatz im Vorverkauf gut, allerdings gab es dann an der Abendkasse erhebliche Einnahmeausfälle. Dr. Uwe Steuer, der für den Freundeskreis im Ausschuss anwesend war und Rederecht erhielt, machte deutlich, dass die Organisatoren kein weiteres Einsparpotenzial mehr sehen und man eine solche Veranstaltung letztendlich auch nicht „totsparen“ dürfe. „Der Freundeskreis achtete stets auf Qualität geachtet und ließ darin auch nie nach“, so Steuer.

Grundsätzlich halte man jetzt am Juni-Termin fest. Das Festival werde erneut auf drei Bühnen stattfinden, positioniert auf attraktiven Höfen. Problematisch, so Steuer, erweise sich perspektivisch das Bespielen des Parchimer Hofes, der sich in privatem Eigentum befinde. Ein Ausweich für 2016 wäre aber der nebenan befindliche Judenhof. Mögliche konzeptionelle Änderungen für das Festival befänden sich im Gespräch.

Kämmerin Ute Brüggemann informierte im Ausschuss, dass eine ähnliche finanzielle Zuwendung wie 2015 im Haushalt 2016 verankert sein würde.  

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