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Schweinezuchtbetrieb Pinnow : Ferkelgut weist Vorwurf zurück

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Detlef Schlichting, Geschäftsführer der Ferkelgut Pinnow GmbH & Co.KG, weist sämtliche Vorwürfe der grausamen Ferkeltötung von sich

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erstellt am 14.Aug.2014 | 12:00 Uhr

„Wo das war, weiß ich nicht. Es wird einfach eine Behauptung aufgestellt, dass es bei uns im Betrieb war“, äußerte sich gestern Detlef Schlichting, Geschäftsführer der Ferkelgut Pinnow GmbH & Co.KG bei Karstädt, gegenüber unserer Redaktion, da er tags zuvor nicht erreichbar war.

Am Dienstagabend hatte der rbb Filmmaterial der Tierschutzorganisation Animal Rights Watch e. V. ausgestrahlt, das diese mit versteckter Kamera nach eigenen Aussagen bei dem Pinnower Unternehmen gemacht hat. Zu sehen: grausame Bilder, wie Mitarbeiter frisch geborene Ferkel totschlagen. Der Landkreis Prignitz stellte bei der Staatsanwaltschaft in Neuruppin Anfang der Woche Strafanzeige, diese prüft nun den Sachverhalt (wir berichteten gestern).

Der Pinnower Geschäftsführer, zugleich Vorstandsvorsitzender der Vermarktungsgemeinschaft Zucht- und Nutzvieh eG Neumünster, weist alle Vorwürfe von sich: „Kein Mitarbeiter in Pinnow nimmt eine Nottötung vor.“ Man müsse den Menschen vor dem Menschen schützen, meint Schlichting. Die Verantwortlichen vor Ort überprüfen nur, ob ein Tier überlebensfähig ist. „Wirtschaftliche Interessen dürfen dabei keine Rolle spielen“, weiß Schlichting. Er stellte gegenüber unserer Redaktion klar, dass in seinem Pinnower Betrieb eine Nottötung nur von einem Tierarzt einer großen Praxis aus Niedersachsen, der den Pinnower Betrieb betreut, vorgenommen werde.


Im Interesse, möglichst viele Ferkel aufzuziehen


In seinem westbrandenburger Unternehmen laufe die Ferkelaufzucht nach dem Prinzip Wurfausgleich. Eine Sau, die weniger Ferkel geworfen hat, bekomme von einer mit einem großen Wurf welche ab. Größere Ferkel, die schon mutterlos aufgezogen werden könnten, würden vom Muttertier getrennt und aufgezogen. Die Sau stehe dann wieder für neugeborene Ferkel zur Verfügung. Es könne ja für den Betrieb nur im Interesse sein, so viele Ferkel aufzuziehen wie möglich. Und bei der letzten Überprüfung sei ja nichts beanstandet worden.


Fleischverzehr vermiesen


Schlichting erbost sich gegenüber unserer Redaktion darüber, dass „jetzt eine große Welle geschlagen und alles hochgefahren wird. Hier werden Menschen an den Pranger gestellt“ und er geht sogar soweit, dass „die Gegner dem Verbraucher den Fleischverzehr vermiesen will“.

Und er führt weiter ins Feld, dass die Umstände verkannt würden. Denn die Tierschützer sollten lieber den Gesetzgeber in die Pflicht nehmen, als die Betriebe anzugreifen. Denn Tierschutz ist Ländersache, wie tags zuvor auch Dr. Sabine Kramer, Amtstierärztin des Landkreises Prignitz, sich gegenüber unserer Redaktion äußerte. Und konkrete Vorgaben gebe es nicht.

Und da hapert es eben gewaltig. „Die Gegner setzen sich gar nicht mit der Sachlage auseinander. Es ist ja noch nicht einmal geregelt, wie eine Nottötung, um das Tier von Leiden zu befreien, vonstatten gehen muss. Ob der Gegenstand dem Tier oder das Tier dem Gegenstand zugeführt werden muss“, betont Schlichting.

Der Pinnower Geschäftsführer, so erbost er über die für ihn nicht haltbaren Vorwürfe gegen seinen Betrieb sei, so gelassen sehe er dem weiteren Prozedere, das die Strafanzeige mit sich bringt, entgegen. Allerdings räumt er ein, falls es sein Betrieb sei, in dem die Tierschutzorganisation die versteckte Kamera installiert hatte, er wenig rechtliche Möglichkeiten habe, zum Beispiel wegen Hausfriedensbruch vorzugehen. Dem seien die Betriebe ziemlich ausgeliefert. „Wir müssten die Personen benennen, denen wir das rechtswidrige Verhalten vorwerfen.“


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