Nach Abwicklung : Fensterbau in Weisen hat Zukunft

Hat erst für Fenster As gearbeitet, jetzt für die neue Firma: Seit 1994 gehört Michael Kindler zur Belegschaft.
Hat erst für Fenster As gearbeitet, jetzt für die neue Firma: Seit 1994 gehört Michael Kindler zur Belegschaft.

Fenster As in der Abwicklung, neue Firma macht weiter: 23 Mitarbeiter werden jedoch entlassen

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13. Juni 2016, 21:00 Uhr

Die Gefahr ist gebannt. Das Unternehmen Fenster AS in Weisen ist zwar insolvent und befindet sich in der Abwicklung. Dennoch gibt es für Teile der Belegschaft gute Nachrichten: Die IFP Inno Fenster Prignitz GmbH übernimmt Teile aus der insolventen Masse und die verbliebenen Mitarbeiter.

Der Preis für den Fortbestand ist allerdings hoch, räumt die alte und neue Geschäftsführerin Stefanie-Isabel Geisler ein. Knapp die Hälfte der Belegschaft musste das Unternehmen verlassen. „Konkret betrifft es 23 von ehemals 42 Mitarbeitern“, sagt sie. Lehrlinge seien nicht darunter.

Drei Abteilungen wurden komplett aufgegeben: der Aluminiumbau, die Montage und das Lager. Aus wirtschaftlicher Sicht habe es dazu keine Alternative gegeben. „Wir wollten das Unternehmen retten und das ist uns gelungen“, erklärt Stefanie-Isabel Geisler. Einige der betroffenen Mitarbeiter hätten in Eigeninitiative neue Arbeit gefunden, „andere haben wir versucht, zu vermitteln“. Künftig wolle man sich auf die Kunststoffproduktion konzentrieren. „Das ist unsere Stärke, das ist unser technisches Know-How, vor allem wenn es um individuelle Lösungen geht“, sagt die Geschäftsführerin.

Damit seien beispielsweise Schallschutz oder Sicherheitsaspekte gemeint. Gerade letztere werden für Kunden vor dem Hintergrund der hohen Zahl an Wohnungseinbrüchen immer wichtiger. „Das spüren wir an der Nachfrage“, sagt Geisler.

Das Hauptgeschäft sollen die Großkunden bleiben, der private Sektor wird weiterhin betreut. „Wir sind und bleiben dennoch für den Häuslebauer regionaler Ansprechpartner.“ Betrug der bisherige Jahresumsatz etwa acht Millionen Euro, peile man jetzt zweieinhalb bis drei Millionen an.

Die Fenster AS GmbH musste im Februar vorläufige Insolvenz anmelden, das Insolvenzverfahren wurde im Mai eröffnet. Mehrere Ursachen hatten zu einer finanziellen Schieflage geführt, es drohte die Zahlungsunfähigkeit. „Bestehende Aufträge hatten wir abgearbeitet oder sie wurden durch unsere Kunden gekündigt“, sagt Stefanie-Isabel Geisler. Das neue Konzept werde durch den Insolvenzverwalter und den Hauptgläubiger, ein regionales Kreditinstitut, mitgetragen. „Ohne deren Zustimmung hätte es für uns keine Zukunft gegeben. Das muss ich so deutlich sagen“, betont Geisler.

Gewährleistungsansprüche gegenüber der früheren Fenster AS GmbH könne das neue Unternehmen nicht übernehmen. Wer Garantieleistungen beanspruchen möchte, könne sich aber melden. „Wir werden in jedem Einzelfall schauen, ob wir eine Lösung finden“, verspricht Geisler.

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