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Das Storchenjahr im Résumé : Feldmaus rettet Adebars Kinder

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kurzer Winter und trockenes Frühjahr beeinflussen 13 Storchenpaare und ihren Nachwuchs in Wittenberge und den Ortsteilen der Stadt.

svz.de von
erstellt am 18.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Die Stadt Wittenberge kann, langfristig betrachtet, auf ein durchschnittliches Storchenjahr 2014 zurückblicken. Zwölf Paare bekamen 34-fachen Nachwuchs in Wittenberge und den Ortsteilen, ein weiteres Storchenpaar blieb ohne Brut. „Dafür gab es in Bentwisch ein Paar, das es gleich auf fünf Jungen brachte“, berichtet Nabu-Weißstorchbetreuer Falk Schulz. Zwar sei eine Fünfer-Brut nichts Außergewöhnliches, aber im gesamten Landkreis war das in diesem Jahr einmalig. Rund 200 Brutpaare seien übrigens in der Prignitz gezählt worden, allein im Storchendorf Rühstädt gab es 57 Jungtiere.

Ungewöhnlich in diesem Jahr war die Ankunftszeit der Storche, die schon Ende März zum ersten Mal wieder in der Gegend gesichtet wurden. „Üblich ist hingegen die zweite April-Dekade“, weiß der Storchenexperte. Grund war der milde Winter, dessen Auswirkungen sich durch die gesamte diesjährige Brutzeit der Störche zogen. „Sowohl der kurze Winter – weswegen die Zugvögel eher in unsere Region zurückkehrten – als auch das Frühjahr waren sehr trocken. Daher blieb der Pegel der Elbe relativ niedrig, so dass sich die Vermehrungsbedingungen der Amphibien verschlechterten“, verdeutlicht Schulz.

Die Vermutung des Experten: Das Nahrungsangebot der Störche würde sich dadurch einschränken und die Brutzeit beeinflussen. „Zum Glück entschärfte die Feldmaus die Befürchtung, denn die vermehrte sich in diesem Jahr massig und bot den Störchen ausreichend Grundlage für die Aufzucht der Jungen“, erzählt der 43-Jährige.

Nach einer 35-tägigen Brutzeit folgen bis zu 70 Tage, in denen die Jungen aufgezogen werden. Danach werden sie flügge und machen sich Mitte August auf Richtung Süden. „So wie sich aber die Ankunft verfrühte, sind die Störche in diesem Jahr auch schon eher ausgeflogen“, sagt Schulz. Er schätzt, dass die Prignitzer Jungstörche derzeit im Sudan eine Zwischenrast einlegen, bevor die robustesten Flieger im November Südafrika erreichen. In den warmen Gebieten verbleiben die gefiederten Langschnäbel je nach Witterungsbedingungen und Nahrungsangebot. Ende Januar könnten sie sich wieder auf den Rückweg machen. „Aber auch das ist jedes Jahr unterschiedlich“, so Falk Schulz.

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