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Der Prignitzer

18. Dezember 2017 | 19:44 Uhr

Feinarbeit an den Membranen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Nach Pfingsten beginnt Salzwedeler Meister mit der Sanierung der Orgel in St. Jacobi / Kleine Schwester in Winterkirche überbrückt die Zeit

svz.de von
erstellt am 09.Feb.2016 | 12:34 Uhr

Der Termin steht, unmittelbar nach Pfingsten, sprich am 17. Mai, geht es los mit der Sanierung der Orgel. Zuvor wird die Königin der Instrumente aber noch einmal ein besonderes Konzert geben. Zum Jubiläum eines Gemeindemitgliedes wird sie erklingen und der Erlös kommt auf Wunsch des Jubilars dem Projekt Kirchturmspitze zugute.

Rund vier Monate hat der Salzwedeler Orgelbauer Jörg Dutschke für die Sanierung des durch die Firma Fr. Turley (Treuenbrietzen) im Jahre 1831 errichtet Instrumentes eingeplant. „Vor Überraschungen kann man bei so einer alten Dame jedoch nie sicher sein“, fügt Kantorin Dorothea Uibel schmunzelnd an. Doch spätestens Weihnachten soll die Orgel wieder erklingen und dann noch schöner, noch heller und klarer.

Pfeifen von mindestens sechs verschiedenen Orgelbauern wurden im 19. und 20. Jahrhundert eingebaut und „nicht alle harmonieren miteinander“, weiß die junge Kantorin, die selbst überaus gekonnt alle Register zieht, denn die Orgel ist mit ihr Arbeitsplatz. Der Winddruck soll nun erhöht und dann die Intonation angepasst werden. Ein angenehmerer Klang werde so erzielt, erläutert sie das Projekt. Eine Schimmelbehandlung ist zudem geplant und fünf neue Bälge werden eingebaut. Als 1958 das Klangwerk als pneumatische Orgel durch die Firma Geb. Jehmlich, Dresden neu errichtet wurde, habe man auf diese verzichtet.

Die Orgel hat mit drei Manualen und dem Pedal insgesamt 2496 Pfeifen. Alle Membranen werden jetzt ausgetauscht. Das Ergebnis dieser umfangreichen Sanierung: Die romantischen Töne klingen kräftiger, erfüllen mehr die Kirche. Die hellen Töne sind nicht mehr so schrill.

Rund 56 000 Euro sind für dieses Projekt veranschlagt. Etwas Geld sei durch Benefizkonzerte zusammengekommen, doch das reiche bei weitem nicht. Durch den Verkauf zweier extra gedruckten Postkarte, die eine gibt den Blick auf den winterlichen Malerwinkel frei und die andere zeigt die Orgel, soll der Betrag weiter etwas aufgestockt werden. Vor Weihnachten habe man mit dem Verkauf begonnen.

20 000 Euro für die Orgelsanierung gibt es als Zuschuss vom Kirchenkreis Prignitz, der Förderverein „pro musica“ hat 1000 Euro zugesagt. Mit 4000 Euro unterstützt die Jugend- und Kulturstiftung der Sparkasse die Sanierung des Instrumentes. Abhängig von weiteren Förderzusagen ist die Höhe des Eigenbeitrages der Kirchgemeinde. Derzeit gehe man von rund 10 000 Euro aus, doch wenn Zuschüsse nicht kommen bzw. die Kosten letztlich doch höher ausfallen, dann werde das Stück, was die Kirchgemeinde zu stemmen habe, unter Umständen noch größer. Man sei aber optimistisch und freue sich schon darauf, wenn die historische Orgel, die im Zuge der Gesamtrestaurierung durch Friedrich August Stüler ihre heutige Gestalt erhielt, mit neuem, vollem Klang das Gotteshaus erfüllt. Bis dahin springt die kleine Orgel aus der Winterkirche in die Bresche. 

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