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Der Prignitzer

19. November 2017 | 13:36 Uhr

"Feier"-Abend für die Jecken

vom

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2013 | 08:00 Uhr

Dallmin/Wittenberge | Ausgelassen war die Stimmung am Samstagabend im Gasthof Schwieger in Dallmin. Das ist sie immer, wenn die Jecken des Karnevals-Clubs Dallmin hier im Saal ihr Programm aufziehen und anschließend zum Tanz aufgespielt wird. 2013 ist der KCD gewissermaßen "volljährig" geworden. Seit 18 Jahren gibt es den Club - als Club, nicht als Verein. "Das soll sich demnächst ändern", kündigt Christine Krüger an, seit Gründung des KCD dessen Präsidentin. Aus dem Club wird ein eingetragener Verein. "Nach außen hin soll sichtbar werden, dass wir eigenständig sind", so die Präsidentin. Bisher waren die rund 65 Narren dem Dallminer Heimatverein als Untergruppe zugeordnet.

Die Stimmung lassen sich die Dallminer trotz Problemen nicht verderben. So gab es in dieser Saison zum zweiten Mal nur zwei Abendveranstaltungen. "Wir hatten früher bis zu fünf, sind auch am 11. 11. mit einem Extra-Event in die fünfte Jahreszeit gestartet", sagt Christine Krüger. Den Saal fünfmal voll zu bekommen, sei heute ungleich schwieriger als noch vor einigen Jahren. Erstmals war der Elferrat nicht den ganzen Abend über auf der Bühne präsent. Die Mitglieder des Elferrates wirken zumeist mehrfach in Programmteilen mit. Durch das Hin und Her habe es einfach zu viel Unruhe gegeben, verdeutlicht die Präsidentin. Und noch ein kleiner, aber hoffentlich vorübergehender Wermutstropfen: Die Frauentanzgruppe trat aus gesundheitlichen Gründen nicht mit eigenen Nummern auf - kümmerte sich dafür aber umso rührender um den Einlass und agiert natürlich auch engagiert im Hintergrund, zum Beispiel beim gemeinsamen Proben mit den "Tanzmäusen": Die jüngsten Darsteller des KCD schafften es, den Saal zum Kochen zu bringen.

"18 Jahre ’rauf und ’runter - der KCD, der geht nicht unter" lautete übrigens das vielsagende Motto des Clubs in der gerade zu Ende gegangenen Saison. "Alle - vor allem aber unsere jungen Leute - möchten, dass der KCD erfolgreich weiterarbeitet", stellt Christine Krüger klar. Die Basis stimmt also. Auf der Mitgliederversammlung im März sollen die Weichen für die Zukunft des Vereins gestellt werden.

Großer Abschluss der Saison beim Präsidententreffen

Auch in Wittenberge ließen es die Narren noch einmal so richtig krachen. Beim 22. Präsidententreffen der Prignitzer Karnevals- und Faschingsvereine bot sich eine Kür der besten Programmausschnitte der vergangenen Saison. "Unsere Vereine haben so viel Arbeit in ihre Programme gesteckt, seit dem 11. 11. des vergangenen Jahres viele tolle Veranstaltungen organisiert und ihr Publikum begeistert - ich denke da ist es an der Zeit, nochmal richtig unter sich zu feiern und die Saison würdig ausklingen zu lassen", sagt Torsten Isernhagen, Präsident des Reetzer Faschingsklubs, der in diesem Jahr für die Ausrichtung des Präsidententreffens verantwortlich zeichnete. "Natürlich geht es auch darum, die Kontakte mit anderen Vereinen zu pflegen, und wir freuen uns sehr, dass sie die Einladungen so zahlreich angenommen haben."

Gleich beim Einmarsch versorgten die Reetzer ihre Gäste mit einem edlen Tropfen und Spritzkuchen, machten aber mit dröhnenden "In Reetz, da geht’s!"-Rufen klar, wer an diesem Abend das Sagen hat. Neben den neun Vereinen aus der Prignitz und Ostprignitz-Ruppin hatte sich auch Karnevalsprominenz unters närrische Volk gemischt: Walter Kassin vom Präsidium des Karnevalverbandes Berlin-Brandenburg stattete der Prignitz einen Besuch ab und nahm das närrische Treiben zwischen Elbe und Stepenitz unter die Lupe. "Es ist auch für uns spannend zu sehen, was in den entlegenen Ecken des Landes so passiert", sagte er.

Auf der Bühne im großen Saal des Wittenberger Kulturhauses ging es ab 20 Uhr richtig zur Sache, hatte doch jeder Verein die Chance, sich mit den besten Ausschnitten seines Programms zu präsentieren. So verzückten die Reetzer Rockets mit einem schwungvollen Dirty-Dancing-Medley, gefolgt von den Marschmädchen aus Lanz, die klassischen Gardetanz zum Besten gaben. Die Mädchen der Lenzener Prinzengarde sorgten als tanzende Skelette für geisterhafte Atmosphäre, und auch die Karstädter hatten mit ihrer Prinzenshow - die Künstler wie Cher, Siegfried und Roy und eine verruchte Moulin Rouge-Nummer vereinte - ein echtes Ass im Ärmel. Der tosende Applaus ließ schließlich keinen Zweifel daran, dass die Prignitzer Jecken auch nach dem Aschermittwoch ihren Spaß haben können.

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