Falscher Alarm : Fehlalarme nerven Kameraden

Die Beförderten in Dargardt: Bodo Burmeister zum Löschmeister sowie Jörg Burmeister, Robert Scheer und Christian Böhning zu Hauptfeuerwehrmännern (v. l.).
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Die Beförderten in Dargardt: Bodo Burmeister zum Löschmeister sowie Jörg Burmeister, Robert Scheer und Christian Böhning zu Hauptfeuerwehrmännern (v. l.).

Elbtalkilinik in Bad Wilsnack reagiert und installiert neue Brandmeldeanlage. Jeder Fehlalarm kostete 40 Euro.

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14. März 2016, 05:00 Uhr

Als frustrierend dürften manche Kameraden der Feuerwehr Bad Wilsnack das Jahr 2015 in Erinnerung behalten. 21 Mal rückten sie aus, weil eine Brandmeldeanlage irrtümlich ein Feuer meldete. Mit Abstand am häufigsten kam es in der Elbtalkinik zu einem Fehlalarm, erinnerte Freitagabend Wehrführer Marco Franke in seinem Bericht.

Die Amtsverwaltung stellte diese Einsätze in Rechnung: Pro Fehlalarm wurden 400 Euro fällig. Zugleich habe man die KMG gebeten, die Brandmeldeanlage in der Klinik zu erneuern. Das sei jetzt geschehen, informierte Ordnungsamtsleiter Gerald Neu. Seitdem habe es keinen Fehlalarm mehr gegeben.

28 aktive Kameraden zählt die Wehr. Für eine Stadt von der Größe Bad Wilsnack ist das verhältnismäßig wenig. Erschwerend hinzu kommt, dass acht Kameraden über 60 Jahre sind. „Eher schon 70“, meinte einer der Senioren. Besonders in der Woche sei die geringe Mannschaftsstärke zu spüren. Wehrführer Franke sprach von nur 13 Kameraden, einschließlich der acht über 60-Jährigen. Erst ab 18 Uhr stünden 21 Kameraden zur Verfügung, am Wochenende die ganze Truppe.

Mit Fahrzeugen sei die Wehr gut ausgerüstet, aber das hydraulische Rettungsgerät aus dem Jahr 1993 stoße bei den heutigen Pkw an seine Grenzen, so Marco Franke. Sehr gut hingegen sei die Löschwasserversorgung in der Stadt.

Gute Nachrichten kommen von der Jugendwehr, die seit Mitte des vergangenen Jahres von Nicole Spielmann geführt wird. 15 Kinder und Jugendliche gehören dazu, zum Amtsausscheid wollen zwei Teams antreten. Ziel sei es, die Jugendwehr attraktiver zu machen. Ein erster Schritt dafür seien die neuen Räume im Gerätehaus.

Nachdem die Mieter ausziehen mussten, nutzt die Jugendwehr die ehemalige Wohnung. Nicole Spielmann dankte den Kameraden, die beim Renovieren halfen und bat nochmals um Unterstützung: „Uns fehlen noch Möbel.“


Dargardt zieht eine Sechs-Jahres-Blanz


In Dargardt verzichtete Ortswehrführer Bodo Burmeister auf einen Rechenschaftsbericht. Den Rückblick auf die letzten sechs Jahre, so lange liegt die letzte Jahreshauptversammlung der Wehr zurück, gab es in Fotos und bewegten Bildern per Computer. Feuerwehrmann und Technikfreak Robert Scheer hatte die Präsentation vorbereitet.

Für den Ortswehrführer sind die sechs Jahre eine Art „Aufholjagd gegenüber den anderen Wehren in der Gemeinde“ gewesen. Die Kameraden haben sich ein neues Feuerwehrhaus gebaut. Die enorme Summe von 4000 Stunden Eigenleistungen steckt dahinter. „Und wir haben im Mai des letzten Jahres ein vernünftiges Auto, nämlich ein TSF-W, bekommen. Damit sind wir gut ausgestattet“, wenn es auch immer noch Wünsche gebe, wie Burmeister sagt.

Mit 52 Mitgliedern, davon 21 im aktiven Dienst, ist die Wehr in dem 160 Einwohner-Dorf gut aufgestellt. Das Problem: „Da sehr viele Mitglieder außerhalb arbeiten, ist die Tagbereitschaft nicht immer abgesichert.“ Selbst Karstädt als nächst größere Wehr, auf die man im Ernstfall setze, hätte damit mittlerweile Schwierigkeiten, so der Ortswehrführer.

Eine engere Zusammenarbeit von Wehren sieht er als einen Weg, das Problem besser in den Griff zu bekommen. Auch an die Adresse des Gemeindebürgermeisters gerichtet, regte Burmeister an, dass Mitglieder freiwilliger Feuerwehren, die in der Gemeindeverwaltung arbeiten, mit der Karstädter Wehr ausrücken, um unter allen Umständen die Tagbereitschaft abzusichern.

Feuerwehr auf dem Dorf heißt auch, sich für das Dorf und das dörfliche Leben verantwortlich zu fühlen. Das machen die Kameraden gemeinsam mit dem Bürgerverein. „Es funktioniert wirklich“, sagt der Ortswehrführer, der zugleich Geschäftsführer des Vereins ist und verweist als Beispiel auf die Frauentagsfeier letzte Woche.
 
 

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