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Der Prignitzer

13. Dezember 2017 | 06:35 Uhr

Farbig soll der Himmel strahlen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Deckenbemalung in der Groß Leppiner Dorfkirche wird restauriert / Einweihung am 4. Oktober mit dem Erntedankgottesdienst

von
erstellt am 07.Sep.2014 | 23:21 Uhr

Barbara Fuchs und ihre Kollegin Annette Sturm sind in diesen Tagen dem Himmel wieder ein Stück näher. Zumindest dem Himmel der Groß Leppiner Dorfkirche. Denn sie sind zur Zeit dabei, die bemalte Decke der Kirche zu restaurieren. „Das ist eine Arbeit des Malers Robert Sandfurt aus Berlin, die um 1927 hier in Groß Leppin fertiggestellt wurde“, sagt Gordon Thalmann von der unteren Denkmalbehörde der Prignitzer Kreisverwaltung.

Solche Deckenbemalungen findet man in einigen Prignitzer Kirchen. So zum Beispiel in Steffenshagen bei Pritzwalk oder auch in Schmolde bei Meyenburg. „Gerade in Schmolde ist eine sehr schön und weitgehend freihändig ausgemalte Kirchendecke zu sehen“, sagt Thalmann. Auch ein Grund dafür, dass eine Ausstellung zum Berliner Maler Robert Sandfurt, die zur Zeit noch im Havelland zu sehen ist, ab Mitte Oktober in Schmolde gezeigt wird.

Robert Sandfurt betrieb Anfang der 30er Jahre eine florierende Werkstatt am Berliner Stadtrand. Als durch die zunehmende Industrialisierung die Bauern in den Prignitzer Dörfern zu mehr Vermögen kamen, stifteten sie, anders als heute, auch größere Summen für die Allgemeinheit und die Gestaltung der Gotteshäuser in den Dörfern. So hatten Sandfurt und seine Kollegen rund um Berlin und auch in der Prignitz vor fast 100 Jahren viel zu tun. In Groß Leppin wendete Sandfurt die Schabloniertechnik an. Das heißt, ein spezielles Muster wiederholt sich in der Kirchendecke stetig und wurde mit Hilfe einer Schablone aufgetragen. Nur zwei Stellen gibt es, die freihändig ausgemalt sind und christliche Elemente zeigen.

Werner Ziems von der oberen Denkmalbehörde beim Landesamt für Denkmalpflege war eigens nach Groß Leppin gekommen, um sich über den Fortschritt der Restaurierungsarbeiten zu informieren. „Wichtig ist, den Farbton zu treffen, der hier verwendet wurde. Dabei darf aber auch nichts verfälscht werden, sondern nur nach Vorlage des Originals wieder hergestellt werden“, sagt Ziems. Für die erfahrenen Restauratorinnen ist die Farbwahl aber nicht das Problem, sagt Barbara Fuchs. „Vielmehr ist die Herausforderung, diese Holzdecke wieder aufzuarbeiten. Feuchtigkeit durch das lange Zeit undichte Dach hat auch der Decke nicht gut getan“, sagt Barbara Fuchs.

Immer wieder fallen Holzteile aus der Decke heraus und müssen mit Füllspachtel und Holzkitt wieder geschlossen werden. Mitte September sollen die Arbeiten dann aber doch nach fast vier Monaten abgeschlossen sein. „Wir wollen mit dem Erntedankgottesdienst am 4. Oktober die sanierte Kirchendecke einweihen und laden alle Gemeindemitglieder und Gäste dazu ein“, sagt Fritz-Heinz Ernst vom Gemeindekirchenrat in Groß Leppin. Dann werden etwa 40 000 Euro für die Sanierung der Kirchendecke ausgegeben sein, so Ernst. Möglich wurde diese Investition nur durch das Engagement vieler Förderer. Dazu gehören die Jugend- und Kulturstiftung der Sparkasse Prignitz, die untere Denkmalbehörde des Landkreises Prignitz, der Förderkreis alte Kirchen Berlin-Brandenburg, der Kreiskirchenrat Prignitz und der Förderkreis zur Bewahrung der Kirche im Dorf aus Groß Leppin selbst.

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