Gartenfreunde Prignitz : „Familien entdecken Kleingärten als grüne Oase“

Gerhard Bretschneider.
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Gerhard Bretschneider.

Interview mit Gerhard Bretschneider, Vorsitzender des Kreisverbandes Gartenfreunde Prignitz e.V.

svz.de von
13. Juni 2016, 21:03 Uhr

Ein Dankeschön sollte das jüngste Treffen der Mitglieder der Gartensparte „Sonnenschein“ sein. Das sagte der Vereinsvorsitzende Gerhard Bretschneider. Er wollte sich bei den Senioren für deren Arbeit in der Gartensparte erkenntlich zeigen. „Im vergangenen Jahr konnten wir uns das einfach nicht leisten, aber ich denke in dieser gemütlichen Runde können wir ein wenig reden und gemütliche Stunden verbringen“, so Bretschneider, der auch Vorsitzender des Kreisverbandes Gartenfreunde Prignitz e.V. ist. Im Interview mit dieser Zeitung spricht er über die Lage der Laubenpieper und die Zukunftsaussichten für die Kleingärtner.

Wie viele Gartensparten gibt es in Pritzwalk und was macht ihren Reiz aus?
Gerhard Bretschneider: In Pritzwalk gibt es neun Kleingartenvereine. Die einen sind größer, die anderen kleiner. Insgesamt zählen wir etwa 600 Kleingärtner in Pritzwalk. Wir setzen uns ein für die Erhaltung des Grüns in der Stadt, für eine grüne Oase sozusagen. Ohne unsere Arbeit würde es an vielen Orten trostlos und vermüllt aussehen und vor allem geht es natürlich auch um Lebensqualität.
Der Kleingarten ist heute nicht mehr so gefragt wie in früheren Jahren. Immer mehr Vereine werden von Nachwuchssorgen geplagt. Warum sollte man Mitglied in einer Kleingartensparte werden?
An erster Stelle steht da eine freundschaftliche Gemeinschaft in den Sparten. Aber auch die Möglichkeit gesunde Nahrungsmittel, eben Obst und Gemüse, selbst zu erzeugen und anschließend zu verarbeiten. Es ist eine sinnvolle Freizeitgestaltung, der man mehrmals in der Woche – aber nicht unbedingt täglich – nachgehen muss. Und es ist natürlich eine gesunde Beschäftigung im Freien, an der frischen Luft und in der Natur.
Gibt es auch in den Gartensparten, die sie vertreten, Nachwuchsprobleme?
Es gibt immer noch zahlreiche Parzellen, die leer stehen und nicht mehr bewirtschaftet werden. Aber die Situation wird besser. Immer mehr junge Familien entdecken den Kleingarten als grüne Oase für sich. Wir haben natürlich auch solche Fälle, wo nur Rasen eingesät wird und nur Partys gefeiert werden. Aber vor allem bei Familien mit Kindern werden die Kleingärten immer beliebter. Da geht es um Obst und Gemüse aus eigenem Anbau und der Bewegung an der frischen Luft. Und vor allem: Es ist erschwinglich. Die Kleingärten sind um die 300 Quadratmeter groß und kosten um die 150 bis 200 Euro pro Jahr. Das ist auch für junge Familien noch erschwinglich.


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