zur Navigation springen

Falsch deklarierte Bio-Eier im Spreewald aufgetaucht

vom

svz.de von
erstellt am 25.Feb.2013 | 06:29 Uhr

Potsdam | In Brandenburg gibt es ein erstes Verfahren gegen einen Bauern, der Bio-Eier falsch etikettiert haben soll. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Cottbus bestätigte, wonach ein Verfahren gegen einen Biobauern im Spreewald laufe. Man sei bereits im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit einem Insolvenzverfahren auf den Landwirt aufmerksam geworden. "Von dem Bauern wurden Eier falsch deklariert", sagte die Sprecherin gestern. Um wie viele Eier es sich handele, konnte die Sprecherin gestern noch nicht abschätzen.

Um die Existenz falsch deklarierter Eier hatte es gestern zunächst Verwirrung gegeben. Dem Agrarministerium in Potsdam war bis zum Nachmittag kein Verdachtsfall bekannt. Ein Sprecher verwies auf einen Fall, dem die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) im vergangenen Jahr nachgegangen sei. Ein Bauer hatte 6185 Hühner in Ställen untergebracht, die allerdings nur für 6000 Hühner ausgelegt waren. Als der Missstand von der Staatsanwaltschaft angeprangert wurde, verkaufte der Landwirt 185 Hühner an seine Nachbarn. Deshalb sei der Fall seit dem 7. August 2012 abgeschlossen, sagte der Ministeriumssprecher.

Deutschlandweit wird zurzeit gegen 200 landwirtschaftliche Betriebe ermittelt, die ihre Hühnereier falsch gekennzeichnet haben sollen. Allein in Niedersachsen ermittelt die Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen rund 150 Landwirte, die den Hühnern unter anderem nicht ausreichend Auslauffläche geboten hätten. Etwa 50 weitere Verfahren wurden an Ermittler in anderen Bundesländern abgegeben.

Im Pferdefleischskandal liegen nach Angaben des brandenburgischen Verbraucherschutzministeriums keine neuen Erkenntnisse vor. Zum Wochenbeginn werden hier neue Untersuchungsergebnisse von Laborproben erwartet.

Die Eierskandal hat auch das Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern erreicht: Seit 2011 sei im Nordosten gegen vier Betriebe wegen falsch deklarierter Bio-Eier bzw. überbelegter Ställe ermittelt worden, teilte der dortige Agrarminister Till Backhaus (SPD) gestern in Linstow (Landkreis Rostock) mit. Zwei Verfahren seien inzwischen eingestellt. Die Behörden seien den Vorwürfen gegen Bauern in MV nachgegangen. Ein Fall sei verjährt gewesen, in einem weiteren Fall hätten die Behörden die Bestandsgröße kontrolliert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen