Stadt- und Regionalmuseum Perleberg : Faksimile kommt ins Museum

Bürgermeisterin Annett Jura sieht sich die Originalurkunde genau an. Gemeinsam mit Museumsleiter Frank Riedel (links) und dem Kunstbeauftragten der Fielmann AG vergleichen sie diese mit dem Faksimile.
Bürgermeisterin Annett Jura sieht sich die Originalurkunde genau an. Gemeinsam mit Museumsleiter Frank Riedel (links) und dem Kunstbeauftragten der Fielmann AG vergleichen sie diese mit dem Faksimile.

Perleberg hat jetzt Nachbildungen der Urkunde ihrer Ersterwähnung.

svz.de von
21. Mai 2019, 20:00 Uhr

Das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg hat einen neuen Partner an seiner Seite, der es finanziell bei der Sammlungserweiterung unterstützen wird. „Bis zu 10 000 Euro im Jahr wären möglich“, sagt Jürgen Ostwald, Kunstbeauftragter der Fielmann AG. Er weilte gestern in Perleberg, um das erste gemeinsame Projekt vorzustellen. „Dank dieser Unterstützung war es uns möglich, die Originalurkunde der Ersterwähnung der Stadt Perleberg vom 29. Oktober 1239 durch die renommierte Buchrestaurierung Leipzig GmbH faksimilieren zu lassen. Das heißt, die Urkunde als originalgetreue Nachbildungen anfertigen zu lassen“, so Museumsleiter Frank Riedel. „Insgesamt wurden vier Faksimiles in Auftrag gegeben.“

Während zwei Exemplare in der Rolandstadt bleiben, gehen zwei an die „Mutterstadt“ Salzwedel. Diese hatte vor 780 Jahren mit dieser Urkunde auf Bitten der Perleberger Bürgerschaft und ihres Stadtherren des Edlen Johann Gans eine Rechtsauskunft erteilt, da deren Salzwedeler Stadtrecht auch in Perleberg galt, blicken Bürgermeisterin Annett Jura und Museumsleiter Riedel in die Geschichte zurück.

Gemeinsam mit ihren Gästen, Ulrich Kalmbach, Leiter des Danneil-Museums Salzwedel, und Jürgen Ostwald begutachten sie Original und Faksimile. Annett Jura lässt es sich nicht nehmen, das Original aus dem Ordner zu nehmen, um es sich genau ansehen zu können. Dabei stellt sie fest, wie klein es damals zusammengefaltet worden sein muss. Auch die Faksimiles weisen diese Faltungen auf. „Die Nachbildung sieht ja besser aus als das Original“, sagt Jürgen Ostwald lachend. Er bestaunt die akribische Arbeit der Leipziger Buchrestauratoren.

Grund zur Freude hat auch Ulrich Kalmbach, denn bisher gibt es diese Urkunde nicht in der Hansestadt. Jetzt bekommt er von Annett Jura zwei Faksimiles überreicht. Die Urkunden sind Ende August in Ausstellungen in den beiden Museen sowie ab 31. August im Magdeburger Dom zu sehen sein, wenn dort die Sonderausstellung „Faszination Stadt. Die Urbanisierung Europas im Mittelalter und das Magdeburger Recht“ eröffnet wird.

Jürgen Ostwald betont noch einmal, dass diese Faksimile-Anfertigung der Beginn einer weiteren Zusammenarbeit zwischen seinem Bereich bei der Fielmann AG und dem Perleberger Museum sein werde. „Wir unterstützen gegenwärtig 200 Museen bundesweit jährlich mit knapp 600 000 Euro“, sagt er. Besonders kleine und mittlere Museen, die keinen eigenen Anschaffungsetat haben, würden hiervon profitieren. „Wenn Herr Riedel also etwas entdeckt, was er haben möchte, ruft er mich an. Und wenn ich etwas in den zahlreichen Auktionskatalogen, die mir ständig zugeschickt werden, entdecke, das mit Perleberg in Verbindung steht, dann rufe ich ihn an“, so Ostwald.

Annett Jura und Frank Riedel freuen sich auf diese Zusammenarbeit. „So können wir künftig unseren Sammlungsbestand qualitativ hochwertig ergänzen“, sagt der Museumsleiter. Das nächste Projekt sei schon Gespräch.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen