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Oldtimertreffen in Perleberg : Fahrzeuglegende auf zwei Rädern

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

D-Räder-Schau gab Oldtimertreffen am Sonnabend noch einen besonderen Kick

von
erstellt am 11.Jul.2016 | 04:45 Uhr

Josef Gareis ist in seinem Element. Um die D-Räder richtig würdigen zu können, sagt er, „muss man vollkommen in der Materie stehen“, sagt der Motorrad-Begeisterte. Er hat sich ein solches D-Rad wieder aufgebaut, steht natürlich voll in der Materie. Laien gibt Gareis gern von seinem Wissen ab: Das D stehe für die Deutschen Industriewerke Berlin. Dort seien die D-Räder von Anfang der 20er Jahre bis 1932 produziert worden, an die 80  000 Stück. Einige dieser zweirädrigen Fahrzeuglegenden gab es am Samstag auf einer Sonderschau beim Oldtimertreffen zu sehen und zu bestaunen, das der Verein der Perleberger Oldtimerfreunde bereits zum 18. Mal auf dem Motorsportplatz am Radarhügel ausrichtete.


Engagierter seit mehr als 30 Jahren


„Bei uns trifft sich alljährlich die norddeutsche Oldtimerwelt“, sagt Gareis. Er gehört gemeinsam mit John Brinker und dem schon verstorbenen Herbert Ahmer zu den Gründungsvätern des Vereins, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen begeht. Denn seit 1986 kommen die Freunde alter Fahrzeugtechnik – damals als Stammtisch – regelmäßig zusammen. 1998 gründeten sie offiziell ihren Verein. Es gab aber bereits vor 1986 ein Oldtimerleben, sagt Gareis, nämlich seit 1984 als extra Sektion im ADMV.

Heute gehören 50 Mitglieder zu den Perleberger Oldtimerfreunden, sagt Vereinschef Frank Brauer. Der Mann ist während des Treffens im Dauerstress. Natürlich mache es Spaß, wenn die historischen Fahrzeuge, egal, ob Motorräder, Mopeds, Pkw, Lkw, Kräne, Traktoren oder auch Panzerfahrzeuge und andere historische Militärtechnik, Leute in Scharen anziehen. Aber für die Mitglieder im Verein sei es auch jedes Mal ein Kraftakt, „den wir aber auch gern auf uns nehmen, weil so ein Treffen einfach sein muss“. Wo sehe man sonst so viele verschiedene Oldtimer.

Ja, die Technik fasziniert, und deshalb sind die drei Wittenberger Generationen Ralf, Dennis und Klein-Tim Kathke extra an diesem Samstag zum Gucken an den Radarhügel gekommen.


Volvo hat es unter der Motorhaube


Für Mathias Wendorf und seinen Vater Horst aus der Nähe von Rostock war die D-Rad-Ausstellung der ausschlaggebende Grund. Mathias Wendorf hat sich eine solche Maschine, Baujahr 1929, wieder aufgebaut. „Das kostet Zeit und Geld, aber es lohnt sich“, sagt Wendorf, während er und sein Vater mit anderen D-Räder-Besitzern fachsimpeln.

Etwas enttäuscht guckt Michael Skär. Der Kyritzer ist mit seinem Volvo, Baujahr 1969, nach Perleberg gerollt. Eigentlich ein Hingucker. „Aber fotografiert wird immer der Wagen neben mit“, sagt Skär. „Der stand übrigens schon im vergangenen Jahr neben mir.“ Kein Wunder, der Pkw neben Skärs Volvo ist ein großer weißer Rolls-Royce. Dabei hat Michael Skär auch einiges zu bieten. Und damit sind nicht allein die 103 PS unter der Motorhaube gemeint – sein Volvo ist eine Sportausführung –, sondern die starken Oldtimerbilder, „die mein Vorgänger auf der Innenseite der Motorhaube verewigt hat“. Als Skär die Motorhaube aufklappt, um die Bilder zu zeigen, richten sich Kameras und Handys zum Fotografieren nun auch auf seinen Volvo.

Unter den Besuchern fällt Bernd-Benno Leupacher auf. Er trägt eine Jacke, wie sie die Busfahrer des VEB Kraftverkehr Wittenberge früher besaßen. „Die Jacke habe ich vor Jahren auf dem Teilemarkt gekauft. Sie erinnert mich an meine Lehre 1976 bis 1978 beim Kraftverkehr“, sagt der Lenzener. Nicht nur mit seinem Bruder Hans-Hartmut ist er beim Treffen dabei. Die beiden sind mit historischen Lastern gekommen, stellen einen H6 und einen G5 aus und sie laden ein: „Vom 12. bis 14. August veranstalten wir als H6-Freunde ein Treffen für historische Nutzfahrzeuge in Lenzen.“  

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