Weihnachtliches in Nebelin : Fahrstuhl-Zoff in Advents-Kirche

Der Flötenchor Nebelin/Laaslich spielte Besinnliches.
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Der Flötenchor Nebelin/Laaslich spielte Besinnliches.

Nebeliner erzählen moderne Version der Weihnachtsgeschichte.

svz.de von
22. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Zwei Frauen, ein Teenager und ein kleines Kind stecken im Fahrstuhl fest. Während die Erwachsenen in Panik verfallen – die eine, weil ihr super schickes Smartphone keinen Empfang hat, die andere, weil die leckere Weihnachtsgans im Ofen zu verbrennen droht – möchte das kleine Mädchen nur seine Freundin besuchen, um Plätzchen zu naschen und die Weihnachtsgeschichte erzählt zu bekommen.

So geschehen am vergangenen Samstag in der Nebeliner Dorfkirche. Eine der ältesten Kirchen des Landkreises hat natürlich keinen Fahrstuhl, der wurde provisorisch für die Aufführung im Rahmen der Adventsmusik der Gemeinde mit Pappwänden und grauen Überzügen aufgebaut. „Es ist bei uns ja schon Tradition, den Samstag vor dem vierten Advent in die Kirche zu laden und gemeinsam die besinnliche Zeit zu genießen“, sagt Heike Schulz, stellvertretende Vorsitzende des Heimat-und Kulturvereins.

Zusammen mit dem Gemeindekirchenrat und dem Ortsbeirat organisierten die Nebeliner ihren Weihnachtsfeier-Ersatz. „Ob Kirche oder Gemeinde, wir sind alle Nebeliner und machen immer was zusammen“, sagt Michael Bretag. In seinen Funktionen als stellvertretender Ortsbürgermeister und Vorsitzender des Gemeindekirchenrats schlägt er die Brücke zwischen Kirchen- und politischer Gemeinde. Und in beiden Position zeigt er sich enttäuscht über das Verhalten des Kreiskirchenrats.

Denn bis zu den diesjährigen Herbstferien habe in der Dorfkirche Nebelins die Christenlehre stattgefunden, die Jugendliche auf die Konfirmation vorbereiten soll. „Überraschend und ohne vorherige Information wurde die Christenlehre von hier nach Perleberg verlegt“, erzählt der 54-Jährige. Ihm sei zwar bewusst, dass die Anzahl der Kinder in Nebelin gering sei, aber die Art und Weise der Kirche missfiele ihm. „Die Informationspolitik sei auf der Strecke geblieben. Letztlich werden die Gemeinden hinten ein bisschen abgehangen“, sagt er.

Umso erfreuter ist Michael Bretag über den Zusammenhalt zwischen den fast 180 Nebelinern. Als Mitglied des Bläserchors ließ er es sich zudem nicht nehmen, aktiv weihnachtliche Stimmung mit Gesang und Musik in die Dorfkirche zu zaubern.

Zwischendurch sorgte die moderne Weihnachtsgeschichte in der beheizten Kirche immer wieder für Lacher, als die Fahrstuhl-Insassen darüber stritten, ob nicht zwei Ritter oder drei Astrologen dem Schweif eines Kometen folgten, oder doch die Schlittenlichter des Weihnachtsmannes die Geburt Jesus Christi ankündigten.

Natürlich wurde zum Schluss die Wahrheit über die Weihnachtsgeschichte aufgedeckt, um anschließend im Dorfgemeinschaftshaus über weitere Adventsgeschichten und -Anekdoten zu lachen.

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