Fahrplan hängt einige Dörfer ab

Busverkehr in Gemeinde bringt Licht und Schatten

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02. Juni 2016, 12:00 Uhr

Ein ambivalentes Bild beschreibt Bürgermeister Thomas Brandt im Zusammenhang mit den Veränderungen, die ab 1 . August mit dem neuen Busfahrplan und Verkehrsbetreiber einher gehen werden. „Es wird Dörfer geben, die vom öffentlichen Personennahverkehr abgehängt werden könnten. Das betrifft jene Orte, die weniger als 150 Einwohner haben und in denen es keine schulpflichtigen Kinder gibt“, so Brandt. Schulbusse, die nach wie vor auch von anderen Fahrgästen genutzt werden können, verkehren weiterhin – in allen Dörfern mit schulpflichtigen Kindern.

Buslinien sollen künftig zugunsten bestehender Bahnlinien ersatzlos gestrichen werden, um Parallelverkehre zu vermeiden. „Hier allerdings steckt der Teufel im Detail: Seit vielen Jahren setze ich mich bei der Deutschen Bahn für Verbesserungen am Bahnhof Groß Pankow ein. Das betrifft sowohl den Bau neuer Bahnsteige, die den großen Höhenunterschied beim Ein- und Aussteigen ausgleichen sollen, als auch die Gestaltung eines schöneren Bahnhofsumfeldes mit ausreichender Zahl an Parkplätzen und Unterständen für Fahrräder“, macht Thomas Brandt deutlich. Die neuen Bahnsteige sollen nun 2017 errichtet werden.

Schaut man jedoch über die Gemeindegrenzen hinaus nach Pritzwalk, dann stellt der Haltepunkt „Pritzwalk West“ – zumindest in seiner derzeitigen Ausführung – ein Problem dar. „Er verfügt nur auf der Seite der Putlitzer Bahn über einen Bahnsteig mit Unterstand. Für den neuen Fahrplan sind jedoch auch auf der anderen Seite, auf der der ,Prignitz Express’ verkehrt, Bahnsteig und Unterstand notwendig. Anderenfalls können die Schüler, die aus Richtung Groß Pankow kommen und zum Goethe-Gymnasium wollen, hier gar nicht aussteigen, müssten mit dem Zug bis zum Pritzwalker Bahnhof fahren, dort aussteigen und dann wieder bis zum Gymnasium zurücklaufen“, schildert Brandt die mögliche Situation mit Beginn des neuen Schuljahres Anfang September.

Es gebe aber auch Erfreuliches zu berichten, so Brandt. Künftig sollen alle Orte mit mehr als 150 Einwohnern auch am Wochenende per Linienrufbus erreichbar sein. „Das heißt beispielsweise, dass das Schlossmuseum in Wolfshagen und auch Lindenberg als Pollo-Dorf für Besucher, die am Wochenende mit dem Zug in die Prignitz kommen, erreichbar sind. Sie könnten dann vom Groß Pankower Bahnhof mit dem Bus weiter nach Wolfshagen fahren oder vom Pritzwalker Bahnhof nach Mesendorf beziehungsweise Lindenberg“, erläutert der Bürgermeister. Für diese Fahrten könne man das „Schönes-Wochenende-Ticket“ oder auch das Berlin-Brandenburg-Ticket der Bahn nutzen sowie alle VBB-Tickets. Für den Linienrufbus werde lediglich ein Komfortaufschlag von einem Euro fällig. Unterdessen solidarisieren sich Eltern aus der Prignitz, unter Federführung von Initiatoren aus der Gemeinde Groß Pankow, im sozialen Netzwerk Facebook, um dem Wegbrechen von Buskapazitäten entgegenzutreten.

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