Regionalexpress nach Wittenberge : Fahrgäste müssen vorzeitig Zug verlassen

Auf dem Bahnhof in Bad Wilsnack mussten die Passagiere einen unfreiwilligen Zwischenstopp einlegen.
Auf dem Bahnhof in Bad Wilsnack mussten die Passagiere einen unfreiwilligen Zwischenstopp einlegen.

Ein Passagier kritisiert Verhalten des Bahnpersonals: Reisende warteten bei Kälte auf die nächste Bahn

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04. März 2016, 21:00 Uhr

Diese Zugfahrt wirkt bei Siegmar Dreger nach. Auch Tage später ist er fassungslos darüber, was am Abend des 27. Februar geschehen ist. Grund genug für den Versicherungsmakler, sich in unserer Redaktion zu melden und seine Erlebnisse zu schildern.

„Zwanzig Erwachsene und zehn Kleinkinder, die überwiegend bei einer Vorführung im Berliner Velodrom waren, mussten auf Anweisung des Zugpersonals gegen 20.10 Uhr den Zug in Bad Wilsnack verlassen.“ Das Problem: Der Zug mit der Nummer RE 63867 hatte, als die Passagiere in Berlin zustiegen, schon eine halbe Stunde Verspätung. Als der Regionalexpress in Bad Wilsnack um 20.10 Uhr ankam, stoppte der Disponent die Fahrt dort und schickte den Zug fahrplanmäßig um 20.13 Uhr zurück nach Berlin. „Man stelle sich nur vor, bei Dunkelheit mit einer Menge Kleinkindern auf fast freier Strecke und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. 40 Minuten mussten wir auf den Folgezug warten, der uns dann nach Wittenberge brachte.“

Grund für die Verspätung waren Fußballfans, die ebenfalls in dem Zug saßen. An diesem Tag spielte der FC Energie Cottbus zu Hause gegen Hansa Rostock. Dessen Anhänger wollten mit dem Regionalexpress wieder gen Norden. „Einige Fans waren gewaltbereit und mussten von Beamten der Bundespolizei im Zug von den anderen Passagieren getrennt werden. Das dauerte“, erklärt Dietmute Graf, Sprecherin der privaten Eisenbahngesellschaft ODEG, gegenüber dem „Prignitzer“. Ab dem Bahnhof Breddin wurden die Fahrgäste auf den Ausstieg in Bad Wilsnack hingewiesen.

Pünktlich um 20.51 Uhr traf dann der mit weiteren Fußballfans und laut Siegmar Dreger „ausreichend Polizei“ gefüllte Folgezug ein. „Nun konnten die zum Teil durchgefrorenen Leute ihre Fahrt bis Wittenberge fortsetzen. “ Dreger fragt, ob das Zugpersonal diese Entscheidung, den Regionalexpress in Bad Wilsnack enden zu lassen, nicht bereits in Neustadt/Dosse hätte treffen können? „Man hätte die Fahrgäste auch bis dorthin wieder mit zurücknehmen und dem Folgezug entgegen fahren können, um die Wartezeit zu verkürzen“, kritisiert Siegmar Dreger das Verhalten der Bahn-Mitarbeiter.

Gegenüber dem „Prignitzer“ entschuldigt sich ODEG-Sprecherin Dietmute Graf für die Unannehmlichkeiten der Passagiere. „An diesem Abend herrschte Ausnahmezustand wegen der Fußballfans. Wir sind bemüht, unsere Kunden zufriedenzustellen.“ Die Entscheidung des Disponenten, die Fahrt vorzeitig enden zu lassen, um pünktlich die Rückfahrt nach Berlin antreten zu können, verteidigte Graf. „Das ist üblich. Sonst wäre die zeitliche Kettenreaktion immer schlimmer geworden. Man muss auch an die Anschlusszüge denken.“

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