zur Navigation springen

Oldtimertreffen : Fahrende Gurke, tuckernder Lanz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Technik von anno dazumal zum Anschauen, Anfassen und in Aktion

von
erstellt am 18.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Es war bereits das 6. Treffen der Veteranen der Ackerfurche und der Landstraße, das das Dreigestirn Axel Gruschka, Reinhard Geisler und Dirk Zellner, in Kuhbier auf die Beine gestellt haben. Während ersterer die organisatorischen Fäden in der Hand hält, ist Geisi, wie er kurz genannt wird, für die Technik zuständig. „Und Dirk ist unser Landwirt“, erfährt man. Er stellt Ackerfläche für Parkplätze und die anrollende Technik zur Verfügung.

Über den Daumen gepeilt waren es wieder an die 200 Traktoren und Oldtimer, die sich am Samstag zur Schau stellen. Gut die Hälfte von ihnen reiht sich ein, als es zur Ausfahrt Richtung Langerwisch geht – angeführt von der Gurke – ein Kuhbierer Gefährt Marke Eigenbau, das von einem Normag gezogen wird.

Fachsimpeln, sehen und gesehen werden, dafür schraubt man, hechtet jedem Teil hinterher, das noch zur Glückseligkeit am eigenen Oldi fehlt, erzählen Manuel Johnke aus Wentdorf, der mit seinem 11er Wartburg angereist ist, und Torsten Fabianitsch aus Karstädt. Sein Schatz ist ein ES-Gespann.

Das erste Mal seien sie in Kuhbier und sichtlich erstaunt, „wieviel hier los ist und das an einem Tag. Ich kenne Treffen, die übers Wochenende gehen und da geht nicht halb so viel ab“, gesteht der Wentdorfer. Ein alter Trabi habe bei ihm die Leidenschaft fürs Schrauben geweckt, die er inzwischen auch zum Beruf gemacht hat. Er ist Kfz-Mechaniker. Bei Torsten ist der Faible vom Vater auf den Sohn übergegangen. „Irgendwann hatten wir so viele alte Motorräder, dass mein Vater sie nicht mehr alleine fahren konnte.“ So machte der Sohn den Motorradführerschein und lebt jetzt selbst das Hobby aus.

Alte Technik übe eine eigene Faszination aus und wenn sie mal aufgibt, „dann weiß man sofort, woran es liegt und fängt an zu reparieren. Das kann man hier noch selbst“, ergänzt Manuel. „Wenn man dann auf dem Weg zum nächsten Treffen von heutigen Gefährten überholt wird, die den Daumen heben und man geile Kiste hört, dann es das allein der Mühe wert“, so der Karstädter.

„Man muss schon einen Spleen haben für derart Technik“, gesteht auch Jürgen Schröder aus Pirow. Von Anbeginn ist er in Kuhbier mit von der Partie, dieses Mal mit Holder und Deutz. Ein Kulttrecker sei der 11er Deutz, „die Kriegsjahre hat er überstanden und ist heute durchaus noch im Einsatz. Einmal die Kurbel drehen und er springt an“.

Technik von anno dazumal zum Anschauen, Anfassen und in Aktion – das ist Kuhbier. „Im vergangenen Jahr hatten wir rund 1200 Besucher“, sagt Axel Gruschka, „da war es allerdings auch trocken“. Das Markenzeichen der Kuhbierer Technikfreaks: „Kein Kommerz, wir wollen ein Event für die ganze Familie bleiben, auch für deren Geldbeutel“. Statt Kasse steht eine Spendenbox am Eingang. Auch wenn die Vorbereitung insbesondere das Dreigestirn managt, das ganze Dorf klinkt sich mit ein. „Die Frauen backen Kuchen, jeder, der kann, hilft tags zuvor beim Aufbau und keiner hält anschließend die Hand auf“, betont Gruschka. Von der Gemeinde kommen die Zelte. Sponsoren plus Spendenbox sichern die Einnahmen, um die Unkosten decken zu können und um ein kleines Startkapital fürs nächste Treffen zu haben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen