Fährtenhund verfolgte Spur

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22. Januar 2013, 06:14 Uhr

Wittenberge | Seit dem 14. November hat ein oder haben mehrere Unbekannte im Stadtgebiet von Wittenberge vier Frauen angegriffen. Die Überfälle geschahen an unterschiedlichen Orten, die Frauen waren unterschiedlich alt. Zwei von ihnen wurden verletzt. Der jüngste Vorfall ereignete sich vergangenen Freitag im Krahenstückenweg. Das Opfer war erst 16 Jahre alt.

Erkenntnisse oder eine richtig heiße Spur hat die Polizei bis jetzt nicht, informierte sie gestern auf Nachfrage. Allerdings gehe sie zumindest einem Hinweis nach. Den Spürhunden war es am Freitag gelungen, eine Fährte am Tatort aufzunehmen. Die speziell ausgebildeten Hunde führten die Polizei am Nachmittag in den Falkensteig zu einem Wohnhaus. Das hatte die Polizei nicht mitgeteilt, allerdings waren Spaziergängern und Anwohnern die vielen Polizeiautos in der Straße aufgefallen. Gestern bestätigte die Pressesprecherin Dörte Röhrs den Sachverhalt gegenüber unserer Zeitung. Es werde in diesem Zusammenhang noch ermittelt, daher könne sie keine weiteren Einzelheiten nennen.

Nach unseren Recherchen hatte sich die junge Frau am Freitag mit Pfefferspray gewehrt. Offenbar haben sich Polizeibeamte deswegen im Tagesverlauf in Apotheken erkundigt, ob jemand nach Medikamenten gefragt habe, die die Wirkung von Pfefferspray lindern könnten. Eine offizielle Bestätigung darüber gibt es nicht.

Gestern gab die Polizei Verhaltenshinweise, was im Falle eines Übergriffs zu beachten sei. Sofort sollte über 110 die Polizei gerufen werden. "Wichtig ist, dass es möglichst wenig Zeitverzug gibt und die Ermittlungen so schnell wie möglich beginnen können, bevor zum Beispiel Spuren überlagert oder beseitigt werden oder der Täter den Nahbereich des Tatortes verlassen hat", sagt die Polizei.

Ein Opfer sollte niemals Veränderungen an sich oder am Tatort vornehmen. Dazu gehöre auch, keinesfalls die Kleidung zu wechseln, selbst wenn das ein naheliegender Wunsch sein mag. "An der Kleidung sind nach dem Kontakt mit dem Täter wertvolle Spuren, die Kriminaltechniker und Ermittler brauchen. Reinigen Sie sich nicht, auch wenn Sie als Opfer ein dringendes Bedürfnis dazu verspüren", erklärt die Polizei. Dadurch könnten wichtige Spuren, die eventuell direkt zum Täter führen, vernichtet werden. Das gelte um so mehr, wenn Sachen oder Bekleidung während der Tat beschädigt wurden.

Die Opfer sollten sich Merkmale des Täters und der Tat merken. Alle Wahrnehmungen seien von Bedeutung. Oft sei es für die Opfer schwierig, sich Details des Täters und des Tathergangs zu merken. Dinge wie Alkohol-, Schweiß- oder Zigarettengeruch, Merkmale der Kleidung oder Narben und Leberflecke könnten zum Täter führen.

Auch bestimmte Geräusche wie Motoren, Quietschen oder eine markante Aussprache der Täter können für die Polizei hilfreich sein. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich ein Gedächtnisprotokoll anfertigen.

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