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Der Prignitzer

19. Oktober 2017 | 02:03 Uhr

Facebook für Hauserhalt

vom

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2012 | 10:07 Uhr

Wittenberge | "Ich kann mich nicht damit zufrieden geben, dass das Haus Bürgerstraße 58 an der Ecke zur Bäckerstraße langsam, aber sicher verfällt", sagte die Elbestädterin Martina Koch Ende September der Redaktion (der "Prignitzer" vom 25. September). Deshalb hat sie am Mittwoch im sozialen Netzwerk Facebook eine Seite installiert, die unter "Eine Chance für die Bürgerstraße 58" zu finden ist.

Es lässt Martina Koch nämlich keine Ruhe, dass die Dachluken seit Jahren offen stehen, Wasser sich ungehindert seinen Weg in das Haus bahnen kann. Das respektable Eckhaus ist 100 Jahre alt, unter Denkmalschutz steht es nicht. Trotzdem: "Man darf es nicht verfallen lassen", sagt Martina Koch. Mit ihrer Meinung, dass das Gebäude es mit so manchem hochgelobten Haus im Jahnschul-Viertel aufnehmen könne, steht sie nicht allein. "Ich möchte jetzt mit Gleichgesinnten die Öffentlichkeit für den Erhalt des Hauses mobil machen: Es muss endlich etwas getan werden", sagt Martina Koch zu ihrer Motivation für das Facebook-Forum. Kaum tauchte das Thema im sozialen Netzwerk auf, haben sich erste Nutzer positioniert. 19 Mal wurde bis gestern Mittag "Gefällt mir" geklickt. Nachzulesen sind unter "Eine Chance für die Bürgerstraße 58" auch die Artikel, die im "Prignitzer" bereits zum Thema erschienen sind. Marita Koch sieht die Stadt in der Pflicht, selbst wenn für das Gebäude derzeit kein Eigentümer auszumachen ist. Zu DDR-Zeit gehörte das Haus der Konsumgenossenschaft, die im Untergeschoss ein Geschäft betrieb. Die Genossenschaft existiert nicht mehr.

Die Kommune sieht derzeit keine Chance, etwas für den Erhalt des Hauses zu tun, das sagten dem "Prignitzer" gestern Bauamtsleiter Hubert Mackel und dessen Stellvertreterin Petra Lüdtke. Beide begründen das weniger mit der Tatsache, dass im Packhof, dem dieser Teil der Bürgerstraße zugerechnet wird, künftig die kleinteilige Bebauung dominieren soll. Vielmehr sehen die Baufachleute keine Chance, für ein Gebäude in dieser Stadtlage Fördergeld wenigsten für eine Notsicherung zu erhalten. Denn nicht nur die Wittenberger Abgeordneten, sondern auch die Landesbehörden haben den Sanierungsfocus in Wittenberge auf das Jahnschul-Viertel gerichtet. Das schlägt sich dann in der Bewilligung von Fördergeld nieder. So war es zum Beispiel schon äußerst schwierig, für die Dachsicherung von drei Häusern im Rathausviertel überhaupt Förderung zu erhalten, erfuhr der "Prignitzer" bei Recherchen.

Zurück zur Bürgerstraße 58. So gesehen könnte ein privater Investor, der ohne fördernde Unterstützung das Haus saniert und zuvor die sehr komplizierte Eigentumsfrage zu seinen Gunsten klärt, die einzige Chance für das 100-jährige Haus bedeuten. "Wir als Stadt könnten aber keine finanzielle Unterstützung in Form von Fördergeld geben", schränkt das Bauamt erklärend ein.

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