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Der Prignitzer

18. November 2017 | 13:29 Uhr

Explosionsgefahr in der Bäckerstraße

vom

svz.de von
erstellt am 21.Apr.2012 | 10:36 Uhr

Perleberg | Freitag kurz vor 10.30 Uhr: Gasgeruch in der Bäckerstraße 7. Über Pieper werden sämtliche Ortswehren der Stadt Perleberg alarmiert. "Wir haben sofort den Bereich großflächig abgesperrt", so Einsatzleiter Mario Morche. Wie ein Lauffeuer spricht sich die Nachricht rum, dass im Keller des Hauses an einer Gasleitung manipuliert worden sein soll. "Ich stand neben der Kollegin, als die Information über Gasgeruch bei uns auflief", so Holger Lossin, Geschäftsführer der PVU. Jörg Schumpa hat Bereitschaft. Stehenden Fußes fährt der PVU-Mitarbeiter in die Bäckerstraße. "Ich war einfach nur froh, dass sofort ein Fachmann hier auftauchte", gesteht Franca Wendt. Sie ist Verkäuferin im Ausstatter für Frauen und Kinder. Und sie griff auch sofort zum Telefonhörer, als Astrid Steil vom benachbarten Schmuckgeschäft in der Tür stand und sagte: "Hier stimmt was nicht".

Die Messung ergibt, dass bereits die untere Explosionsgrenze erreicht ist, ist von der Feuerwehr zu erfahren. Rund 30 Personen, die sich in den angrenzenden Häusern bzw. in den Geschäften aufhalten, werden durch die Kameraden aufgefordert, diese umgehend zu verlassen. "Wir waren gerade beim Kaffeetrinken in der Bäckerei", berichtet Gerald Dettmer. "Beschaffungskriminalität, alles wird zu Geld gemacht. Dass dabei Menschen in Gefahr geraten, das schert wenig", ergänzt Peer Reppert. "Die Feuerwehr stand plötzlich vor unserer Tür", erzählt Familie Czubatynski. Sie wohnt im Nebenhaus. "Nicht auszudenken, was hätte passieren können." "Oh Gott, ich wohne da hinten." Sichtlich erschrocken deutet Janine Röpenack auf ein gegenüberliegendes Gebäude. Nur kurz ist sie mit ihrem Hund Gassi gegangen und da steht die Feuerwehr vor dem Haus, ist alles abgeriegelt. "Das ist vielleicht ein Schreck", gesteht die junge Frau. Durch Zufall sei sie überhaupt zuhause. "Ich habe in der nächsten Woche Prüfung und will mich darauf vorbereiten."

Derweil sind Atemschutzträger im Keller, sorgen dafür, dass die Hauptleitung abgeschiebert wird. Und dann wird gelüftet. "Wir haben extra die Wittenberger Wehr angefordert, denn sie hat eine wasserbetriebene Lüftung, unsere wird von einem Verbrennungsmotor betrieben", erläutert Uwe Schleich, Mitglied der Ortswehr und im Ordnungsamt zuständig für die Wehren.

90 Minuten später ist die Gefahr gebannt. PVU-Geschäftsführer Holger Lossin und Bürgermeister Fred Fischer stehen mit zwei großen Blumensträußen in den Geschäften der Bäckerstraße 7. Sie sagen Franca Wendt und Astrid Steil Dankeschön. "Sie sind heute die Engel von Perleberg", so der Bürgermeister. "Sie haben super reagiert und gehandelt", ergänzt Holger Lossin. So konnte die komplette Einsatzkette schnell in Gang gesetzt werden. Denn der PVU-Mitarbeiter informierte die Polizei, von dort ging der Notruf an die Leitstelle und weiter zur Feuerwehr. "Unsere Gasanlagen sind sicher", betont Lossin. Regelmäßig werden sie kontrolliert. Doch gegen Manipulation von außen könne man nichts machen.

Auch wenn die Polizei noch beim Ermitteln ist, steht fest, dass ein derartiger Gasaustritt nicht von alleine passiere. Vermutlich hatten es Unbekannte auf Buntmetall abgesehen, denn Kriminaltechniker stellten Einbruchsspuren an einer Eingangstür des Gebäudes fest und es fehlen mehreren Meter Kupferwasserleitung und Kabel im Keller. Beim Herausschneiden beschädigten die Täter die Gasleitung, heißt es im Polizeibericht.

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