Neue Rettungswache in Karstädt : „Es zählt jede Minute“

Eine moderne Rettungswache bekommt Karstädt, wie Erich Schlotthauer, Jörg Meseck und Rene Glaeser zeigen.
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Eine moderne Rettungswache bekommt Karstädt, wie Erich Schlotthauer, Jörg Meseck und Rene Glaeser zeigen.

Landkreis baut in Karstädt an der Speicherstraße/Gewerbeallee eine neue Rettungswache / Baubeginn soll im Juni sein

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02. Mai 2017, 21:00 Uhr

Die Planungen sind abgeschlossen, die Baugenehmigung liegt vor, die Ausschreibungen für den Rohbau, Gerüstbau und die Dachdeckerarbeiten laufen, weitere Ausschreibungen folgen. Im Juni soll Baubeginn an der Ecke Gewerbeallee/Speicherstraße im Postliner Gewerbegebiet für die neue Rettungswache des Landkreises in Karstädt sein. Das Grundstück erwarb der Kreis von der Gemeinde Karstädt.

Derzeit rückt der Rettungsdienst von der Straße des Friedens neben der Feuerwehrwache zu seinen Einsätzen in und um Karstädt aus. Das Gebäude hat der Kreis von der Gemeinde angemietet. „Die Wache entspricht nicht mehr dem Standard, was auch die Hygienevorschriften betrifft. Ein Neufahrzeug passt auch nicht mehr hinein. Da haben wir uns für einen Neubau entschlossen“, erklärt René Glaeser, Leiter des Rettungsdienstes Landkreis Prignitz. Erich Schlotthauer, Sachbereichsleiter Brand- und Katastrophenschutz beim Kreis, verweist auf ein Gutachten, das der Kreis über das Gesamtkonzept Rettungsdienst angefertigt hat. Demnach müsse im Bereich Karstädt gehandelt werden. „Im hinteren Teil des Landkreises gibt es noch Versorgungsengpässe. Bei uns geht es um Zeit, es zählt jede Minute. Von unserem neuen Standort in Karstädt können wir schneller auch in den Bereich Dallmin kommen“, sagt Glaeser. Und der Leiter des Rettungsdienstes betont: „Bei den Planungen und im Gutachten hatte sowohl Oma Lieschen in der Peripherie, als auch die Autobahn den gleichen Stellenwert gehabt.“ Von dem neuen Standort aus erreiche man natürlich auch die A14 besser und direkter.

Mit seinen insgesamt neun Wachen im Landkreis werden 98 Prozent der Fläche abgedeckt. „Das ist sehr gut. Wir haben eine deutlich ansteigende Zahl an Einsätzen und müssen zusätzliche Rettungsmittel vorhalten“, so Glaeser. Er beziffert die Steigerung in den vergangenen Jahren jeweils auf rund 500 Einsätze mehr. In Wittenberge steht seit Anfang des Jahres ein zweiter Rettungswagen im Nachtbereich bereit. In Pritzwalk hat man durch Arbeitszeitverlagerung das Fahrzeug bis 23 Uhr anstatt nur bis 20 Uhr besetzt. Und in Perleberg ist ein zusätzlicher Krankenstransportwagen stationiert.

In Karstädt hatte das Gutachten gefordert, dass 365 Tage im Jahr ein Rettungsassistent und ein Rettungssanitäter wie jetzt auch dort im Einsatz sind. Und die beiden Einsatzkräfte erhalten eine schmucke Wache, deren Zufahrt über die Speicherstraße erfolgt. Von der Größe her verdoppelt sie sich in etwa auf 176 Quadratmeter und erhält zwei Fahrzeugstellplätze. „Einer ist aber für ein dezentrales Reservefahrzeug vorgehalten“, sagt Rene Glaeser.

In dem Neubau befinden sich weiter ein Aufenthaltsraum, zwei Ruheräume und zwei Toiletten getrennt nach Männern und Frauen, erklärte Diplom-Ingenieur Jörg Meseck von „das baubüro“ aus Pritzwalk, das mit den Planungen beauftragt ist. Eine Solaranlage soll die Energiekosten drosseln. „Der Neubau ist so angelegt, dass es möglichst wenige Nachfolgekosten gibt“, sagt Holger Konrad, Werkleiter Immobilienverwaltungsbetrieb beim Landkreis Prignitz. Die Kosten inklusive Grundstück für die neue Rettungswache betragen insgesamt 550 000 Euro. Die Fertigstellung ist für Ende des Jahres vorgesehen. Was dann die Gemeinde als Eigentümerin der alten Wache macht, ob vielleicht das Gebäude von der Karstädter Feuerwehr mit übernommen werden soll, „wissen wir noch nicht. Wir sind noch, wie es so schön heißt, in der Findungsphase“, sagt Karstädts Ordnungsamtsleiter Sven Steinbeck.  

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