Polizeiinspektion Prignitz : Es wird häufiger blitzen

Dieter Umlauf ist seit Mai Polizeichef in der Prignitz.
Dieter Umlauf ist seit Mai Polizeichef in der Prignitz.

Dieter Umlauf leitet seit Mai die Inspektion Prignitz und kündigt verstärkte Geschwindigkeitskontrollen an. Offene Stellen

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05. September 2017, 20:45 Uhr

Kraftfahrer in der Prignitz müssen sich auf deutlich mehr Geschwindigkeitskontrollen einstellen. Das kündigt der neue Polizeichef Dieter Umlauf an. Zwei Gründe benennt er dafür: „Im ersten Halbjahr 2017 haben sich die Kontrollen zeitlich halbiert im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stieg die Zahl der Verkehrsunfälle an.“

Statt 99 gab es 130 Unfälle mit verletzten Personen. Dabei stieg die Zahl der Verletzten von 127 auf 172. „Beide Zahlen liegen deutliche über den jährlichen Schwankungen der vergangenen Jahre“, sagt Umlauf.

Neben Vorfahrt sei die Geschwindigkeit die häufigste Unfallursache. Deshalb werde reagiert. Polizeistreifen und Revierpolizisten werden wieder deutlich häufiger zur Radarpistole greifen. „Das Straßenprofil in der Prignitz verleitet an mehren Stellen zum schnellen Fahren“, meint Dieter Umlauf, der seit Mai die Polizeiinspektion Prignitz führt.

Gleich zu Beginn seiner Dienstzeit musste er sich mit der Brandserie in Wittenberge befassen. Mittlerweile sitzt eine Tatverdächtige in Untersuchungshaft, sie hat eine Tat gestanden. „Unsere Ermittlungsgruppe ist weiter aktiv, sucht Verbindungen zu den anderen Bränden“, so Umlauf.

Einen Zusammenhang mit den zwei Autobränden in der Krausestraße und im Jahnschulviertel schließt er nach derzeitigen Erkenntnissen aus. „Wir sehen auch keinen Seriencharakter und keinen Zusammenhang zwischen diesen zwei Fällen, sondern ermitteln in verschiedene Richtungen.“

Daneben waren die ersten Arbeitswochen geprägt vom Kennenlernen der Kollegen, der Region und Partnern der Polizei. Dieter Umlauf hat alle Revierpolizisten persönlich besucht, die Mehrheit von ihnen wohnt im Revier. „Das wissen die Bürger und wenn sie ein Anliegen haben, können sie sich auch mal außerhalb der Sprechzeiten an die Repos wenden.“

Keiner der Kollegen habe Wünsche bezüglich der Technik oder seiner Räumlichkeiten geäußert. Die Ausstattung der Repos mit eigenen Dienstfahrzeugen sei in der Prignitz nahezu Standard, „das ist nicht im ganzen Land so“, betont Umlauf. Dadurch entfallen zu Dienstbeginn und -ende zeitraubende Fahrten zu den Wachen.

Die polizeiliche Lage schätzt Dieter Umlauf als ruhig ein. Für junge Kollegen schon fast zu ruhig. „In Gesprächen haben mir einige gesagt, hier sei so wenig los“, sagt Umlauf. Er könne das verstehen, sei persönlich aber froh darüber, vor allem im Vergleich mit seinem bisherigen Einsatzort – der Inspektion Oder Spree/Frankfurt(Oder).

„Dort haben wir pro Jahr rund 20 000 Straftaten, in der Prignitz 4500.“ Die Fälle in Oder Spree seien heftig, körperliche Auseinandersetzungen mit den Beamten würden zu nehmen. Die Belastung für die Prignitzer Kollegen sei niedriger, außerdem bleibe mehr Zeit für Ermittlungen. Dennoch sei jeder Unfall oder jeder Hauseinbruch einer zu viel. Umlauf wolle nicht bagatellisieren.

Die Einsatzzeiten der Funkwagen bezeichnet er als gut. Mit 23 Minuten bis zum Eintreffen am Tatort liege man unter dem Landesdurchschnitt von 26 Minuten. Bei Blaulichteinsätzen liege man mit 18 Minuten leicht darüber (16 Minuten). Ursache sei der Flächenkreis und das dichte Straßennetz. In Ostprignitz-Ruppin und im Havelland gebe es deutlich weniger Straßen, erklärt Umlauf.

Personell erhofft er sich eine Stärkung der Inspektion. Aktuell seien zwölf der 100 Stellen im Wach- und Wechseldienst nicht besetzt, zwei seien in der Prävention offen. Im Herbst und im Frühjahr kommen neue Absolventen von der Polizeischule. Abzuwarten bleibe, wie sie auf die Inspektionen verteilt werden. Das Prignitzer Team sei jung, der Generationenwechsel vollzogen. Allerdings hätten manche der jungen Kollegen auch gesagt, dass sie die Prignitz wieder verlassen möchten.

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