Traditionstreffen in Wittenberge : „Es war ’ne schöne Zeit“

Alljährlich kommen sie  zum traditionellen Treffen der ehemaligen Mitarbeiter der Märkischen Ölmühlwerke.
Alljährlich kommen sie zum traditionellen Treffen der ehemaligen Mitarbeiter der Märkischen Ölmühlwerke.

Ehemalige Ölmühlwerker aus Wittenberge schwelgten beim traditionellen Treffen im Brauhaus der „Alten Ölmühle“ in Erinnerungen.

svz.de von
30. März 2014, 22:00 Uhr

„Wir sind schon von Anfang an dabei“, verkündet fröhlich Heike Witten. Die ehemalige Brandschutzinspektorin der einstigen „Märkischen Ölmühlwerke“ in Wittenberge freute sich schon die ganzen Wochen zuvor wie ihre vielen Mitstreiter auf das Treffen der ehemaligen „Ölmüller“. Am Freitagabend trafen sich 35 Ehemalige zum alljährlichen Treffen nach der Schließung des traditionsreichen Werkes Anfang der 1990er Jahre. In geselliger Runde wurde im Saal des Brauhauses über die ehemaligen Zeiten, aber auch über die Gegenwart geplaudert.

„Ich lasse kein Treffen aus wenn es zeitlich passt. Es ist immer wieder schön, nochmal in Erinnerungen zu schwelgen“, sagt die 82-jährige Vera Minte, die 40 Jahre in der Ölmühle als Bürokraft im Export und Absatz tätig war. Und sie erinnert sich: „In der ersten Zeit nachdem das Werk geschlossen war, mochte ich gar nicht daran langgehen. Es war für mich fürchterlich, weil auf einmal etwas fehlte.“ Und da sind sich die ehemaligen Mitarbeiter einig: „Es war ein tolles Zusammengehörigkeitsgefühl. Der lockere Umgang miteinander war schon gut, wir waren alle einfach kollegial“, meinten Gerd Richter und Wolfgang Baumgart, die alljährlich mit einem kleinen Team das Treffen organisieren. „Es ist immer interessant zu erfahren, wie die ehemaligen Kollegen jetzt leben und auch zu sehen, was aus der Ölmühle geworden ist“, so Gerd Richter. „Ich finde es einfach schön, dass dieses Treffen schon so lange erhalten geblieben ist. Das hast du nicht überall“, erzählt Ramona Fietze, die jetzt in Berlin wohnt, aber nach Möglichkeit jedes Treffen und jede Gelegenheit nutzt, um in die Prignitz zu kommen, um ehemalige Kollegen zu sehen.

Doch eines macht die ehemalige Belegschaft betroffen. „Es ist traurig, dass sich unser Kollektiv ausdünnt“, so Gerd Richter. Zum einen aus Altersgründen, zum anderen durch Wegzug, obwohl auch jetztige „Auswärtige“ den Weg am Freitag nach Wittenberge fanden.

Um so schöner: „Wir haben gehört, dass das Ehemaligen-Treffen so toll ist und da haben wir uns diesmal auch angemeldet“, sagen Kathrin Könning und Ines Bindemann, die am Freitagabend zum ersten Mal kamen. „Ich habe mich allein nicht getraut“, gab Kathrin Könning zu. Doch beide, die sieben, acht Jahre mit der Ausbildung beginnend in der Ölmühle gearbeitet haben, meinten unisono: „Wir bereuen es nicht.“ Es sei interessant zu erfahren, was aus den Kollegen geworden ist. Und wenn sie an ihre Arbeit im Wittenberger Traditionswerk zurückdenken, sind sie einer Meinung: „Es war ’ne schöne Zeit, jeder Zeit wieder.“


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