Unmut bei Bürgern : Es tut sich wenig in Rosenhagen

Einige Rosenhagener bemängeln den schlechten Breitbandausbau in ihrer Heimat.
Einige Rosenhagener bemängeln den schlechten Breitbandausbau in ihrer Heimat.

Einwohner unzufrieden mit der Entwicklung im Perleberger Ortsteil / Wenig Hoffnung auf Problemlösungen

svz.de von
23. September 2017, 05:00 Uhr

Es gab wenige positive Antworten auf die Fragen der 28 Rosenhagener, die zur Einwohnerversammlung in die Kirche gekommen sind. Kein Wunder, dass Bürgermeisterin Annett Jura den Stand beim Ausbau des Turmstumpfes der Kirche an den Anfang der Veranstaltung stellt. Denn hier sei Bewegung ins Geschehen gekommen, so die Bürgermeisterin. „Die Kostenfrage ist geklärt“, lobt sie das Engagement des Fördervereins. Auch hier waren die ursprünglich geplanten Kosten gestiegen, so dass mehr Mittel beantragt werden mussten, informiert die Bürgermeisterin. Sie versichert den Rosenhagenern, dass „die Stadt zu ihrem Wort steht, und das Vorhaben unterstützt“.

Durch Rosenhagen führt eine Landesstraße, die dringend erneuert werden müsste. Ortsvorsteherin Sonja Franke bringt dieses Thema immer wieder ins Gespräch. Doch von Bürgermeisterin Annett Jura gibt es auch in der Einwohnerversammlung keine Neuigkeiten. Bereits im Mai hat sich die Stadt mit einem Schreiben an den Landesbetrieb Straßenwesen gewandt. „Erst auf unsere Nachfrage gab es vor zehn Tagen die Information, dass wir in den nächsten Tagen eine Antwort bekommen“, so die Bürgermeisterin. „Wie diese aussieht, können wir uns vorstellen.“ Daher verständigen sich Ortsvorsteherin und Stadtchefin darauf, sich nach der Antwort noch einmal direkt an die Landesministerin zu wenden.

Aus den Reihen der Bürgerschaft kommt die Anfrage, ob bei einer möglichen Herabstufung, die Straße erneuert übergeben werde. Das sei dann zu verhandeln, meint Annett Jura. Eine Herabstufung sei aber nicht im Interesse von Stadt und Landkreis.

Wenn in Rosenhagen die Straßen dann doch mal gemacht werden sollten, gibt Hans-Jürgen Westphal den Hinweis, dass Einwohner keine Bürgersteige wollen. „Es gibt positive Beispiele, wie man das Problem lösen kann – so die Befestigung des Sommerweges in Rambow“, gab er den Verwaltungsmitarbeitern mit auf den Weg. Robert Kazmierczak, Sachbearbeiter Verkehrswesen, sagt, dass es verhandelt werden müsse, die Stadt so gut wie keinen Einfluss auf den Ausbau habe.

Sehr unzufrieden sind Einwohner mit der Breitbandversorgung. Siw Foge informiert die Anwesenden darüber, dass die Verantwortung für den Ausbau beim Landkreis läge. Rosenhagen gehöre zu den sogenannten „weißen Flecken“, für die der Landkreis Fördermittel beantragt habe. „Gegenwärtig liegt der vorläufige Zuwendungsbescheid des Bundes vor“, so Siw Foge. „Noch nicht eingegangen, aber avisiert, ist der Bescheid des Landes Brandenburg. Wenn beide Bescheide vorliegen, kann die Ausschreibung erfolgen. In der zweiten Stufe gilt es, die endgültigen Fördermittel zu beantragen. Wenn dann die Bescheide vorliegen, können die Verträge geschlossen werden und der Ausbau beginnen“, beschreibt sie das weitere Prozedere. Sie verstehe den Unmut der Bürger, die jetzt bei manchem Downloads „in der Zwischenzeit Mittag kochen können“, wie eine Unternehmerin ihre Erfahrungen beschreibt, verweist aber darauf, dass Rosenhagen dann über einen eigenen Kabelverzweiger verfügt und eine Leistung von 50 Megabit erreicht werden soll. Während eine Bürgerin auf ihre Anfrage beim Landkreis die Antwort erhielt, das würde noch zwei Jahre dauern, sieht Siw Foge eine Realisierung ab Mitte 2018 als möglich an.

Kritik üben die Einwohner auch an der Unterhaltung der öffentlichen Wege durch die Stadt Perleberg. Holger Schelle, stellvertretender Leiter des Bauhofes informiert, dass die Einrichtung nicht alles schaffen könne. Er sagt jedoch zu, dass der Burghagener Weg und der Klein Gottschower Weg als nächste in Ordnung gebracht werden. Mit dem Grünrückschnitt könne erst wieder am 1. Oktober begonnen werden.

Probleme gibt es mit einem Dorfbewohner, der mit seiner Hecke, die sich inzwischen auf kommunales Gelände ausgeweitet hat, und eine Anwohnerstraße einengt. Antje Hartwig, Sachbearbeiterin Umwelt, spricht immer wieder von der geringen Bedeutung dieser Straße. Mit dieser Antwort sind die Einwohner nicht zufrieden. Deshalb schlägt Bürgermeisterin Annett Jura einen Vor-Ort-Termin vor, an dem auch Ortsvorsteherin Sonja Franke teilnehmen wird.

Die Rosenhagener seien enttäuscht von den Ergebnissen der Sitzung, so eine Einwohnerin, da sich wenig tut in Rosenhagen.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen