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Rockkonzert im Stall : „Es muss im Stall gut klingen“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Siebte Auflage des Klein Leppiner Konzerts zieht etwa 200 Rockfans an / Fünf Bands aus Berlin, Stralsund und der Prignitz

Ein Rockkonzert in einem Kuhstall – gibts nicht? Gibts doch! Und das bereits zum siebten Mal. Auch in diesem Jahr zog es etwa 200 Prignitzer Freunde der etwas härteren Musik nach Klein Leppin. Und dass diese überwiegend recht jung waren, ist dabei kein Zufall.

„Es begann ja damals damit, dass sich jemand, neben Dorf macht Oper, in Klein Leppin auch etwas für die Jüngeren gewünscht hat. So ist ,Rock im Stall‘ entstanden und bei dieser Ausrichtung ist es dann auch über die Jahre geblieben“, erzählt Mitorganisatorin Marie Trebus. Ab 14 Jahren ist der Eintritt kein Problem, auch wenn der „Muttizettel“ sowie eine Aufsichtsperson bei unter 18-Jährigen Pflicht sind. „Da achten wir dann auch besonders drauf“, ergänzt Lea Fanzlau, die bereits vor sieben Jahren beim Start als Gast dabei war und heute zum Organisationsteam gehört. Und dass sich über die Jahre bei den Jugendlichen auch einiges an Wissen rund um ein Festival angesammelt hat, wird ebenfalls schnell deutlich.

„Wir finanzieren das hier ja nicht nur durch Eigenmittel, sondern vor allem durch Spenden und Fördermittel, z.B. durch das Bundesprogramm ,Demokratie leben’. Hierfür müssen Anträge gestellt werden und dann geht es ja erst an die Planung des eigentlichen Konzertes“, erklärt Trebus. Und dabei geht es natürlich vor allem um die Bands. Mit überwiegend Jugendbands aus der Umgebung fing es an, doch nach sechs Auflagen wird die Auswahl nun schwieriger. „Wir achten darauf, das jede Band höchsten zwei Mal über die Jahre auftritt, zudem kommen auch immer weniger Band nach, sodass wir uns auch etwas weiter weg umsehen“, so Fanzlau. „Wir gehen auf andere Konzerte, schreiben Bands auf Facebook an, doch vor allem müssen sie zu der Umgebung passen. Sie müssen im Stall gut klingen, musikalisch sein, denn nur brüllen geht im Stall einfach akustisch nicht“, so Trebus.

Dass sie dem entsprechen, bewies an diesem Abend unter anderem die einzig lokale Band „Halsschlagader“ aus Perleberg. „Wir haben uns vor zwei Jahren gegründet und schon einige Konzerte gespielt. Aber auf einer Bühne zu stehen und vor sich eine große Gruppe von Leuten, die man kennt und die sogar die Texte mitsingen, ist einfach geil“, so Lukas Arnoldt. Und Bandkollege Tobias Jerye ergänzt: „Dies ist einer der besten Auftritte, hier sorgt man sich richtig um die Musiker, es gibt klasse Verpflegung und wir können hier übernachten.“

Genau dieses Persönliche ist es auch, das die Band „Dias“ hervorhebt, die kurze Zeit später den Stall rocken. Doch ist es vor allem auch jener Umgebungsaspekt, der die Jungs aus Stralsund anspricht. „Wir sind extra über zwei Stunden hergefahren und man kann sagen, dass der Stall schon unser verrücktester Auftrittsort war“, erzählt Bassist Patrick Gerstenberg.

Denn auch wenn die Band im vergangenen Jahr eine Tour absolviert hat und allein im September fünf Konzerte anstanden, ein Stall war noch nie darunter. „Es ist zudem toll, hier so viele junge Menschen zu sehen. Man liest ja immer, dass die Jugend flieht, aber viele sind doch noch hier und haben schon richtig Bock auf Rock hier“, so Gerstenberg.

Eine von den zufriedenen Besuchern war zum Beispiel Sarah Neubert aus Glöwen: „Hier stimmt einfach alles: die Musik, das ganze Drumherum mit Getränken und Essen und vor allem die Location. Dass man so etwas aus einem alten Stall machen kann, ist echt schön. Und auch wenn einem nicht jede Band zusagt, ist doch für alle etwas dabei.“

Worte, die die sechs jungen Organisatoren sicherlich sehr gerne hören. Als bestandteil des Kalenders von Festland e.V. ist „Rock im Stall“ mittlerweile fest etabliert. „Wir sind mit dem Festival echt zufrieden und natürlich soll es auch weitergehen. Im vergangenen Jahr hatten wir zwar etwa 300 Besucher, aber wenn es sich bei etwa 200 jedes Jahr einpendelt, sind wir zufrieden“, so Lea Fanzlau. Und Marie Trebus ergänzt: „Wir wollen nur, dass etwas in der Prignitz los ist, bekommen immer ein positives Feedback und sind froh über unser friedliches Festival, das sich mittlerweile eine kleine Fangemeinde aufgebaut hat.“

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