"Es läuft wohl auf einen Abriss hinaus"

<strong>Noch ist die</strong> Straßenfront zwischen Stern und  Totengang geschlossen. Der braun hervorspringende Erker gehört zur Nummer 90.
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Noch ist die Straßenfront zwischen Stern und Totengang geschlossen. Der braun hervorspringende Erker gehört zur Nummer 90.

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13. März 2013, 09:43 Uhr

Wittenberge | Noch ist die Häuserzeile zwischen Stern und Totengang in der Bahnstraße geschlossen. Um das Haus Nummer 90 ist es aber nicht gut bestellt. Wittenberges Bauamtsleiter Martin Hahn formuliert es diplomatisch und zurückhaltend. Er sagt auf die gestrige "Prignitzer"-Anfrage: "Es stellt sich die Frage, inwieweit das Haus überhaupt noch zu halten ist." Die Bahnstraße 90 befindet sich nicht in Besitz der Stadt. Das Gebäude hat einen privaten Eigentümer. Wie unsere Zeitung in der vergangenen Woche berichtete, hat sich nach der Wende und dem damit einhergehenden Leerstand im Laufe der letzten 20 Jahre der Zustand so verschlechtert, dass das Gericht 2010 im Zusammenhang mit der damals angesetzten Zwangsversteigerung darauf hinwies, dass das Haus einsturzgefährdet sei. An diesem Sachverhalt hat sich nichts geändert. Die Situation hat sich eher noch zugespitzt.

"Warum kauft die Stadt das Haus nicht und setzt es instand?" Das ist die Frage, die den Wittenberger Rainer Schwarz bewegt, nachdem er den Artikel im "Prignitzer" gelesen hat. Die Redaktion hat Martin Hahn gestern genau das gefragt. Denn bei der Bahnstraße 90 handelt es sich schließlich um ein Gebäude, an dem der Elberadweg vorbei führt. Es befindet sich an der Hauptachse Bahnhof - Elbe. "Aus städtebaulicher Sicht ist es ohne Zweifel bedeutsam, die geschlossene Häuserzeile an dieser Stelle zu erhalten", sagt Martin Hahn. Die Stadt könne das Ansinnen von Bürgern, das Haus zu erhalten, durchaus nachvollziehen.

Aber, fügt Hahn zugleich an, das Haus sei von der Bausubstanz her mit großer Sicherheit nicht haltbar. Auch eine Sanierung ist aus Sicht von Hahn ausgeschlossen. Das könne auch die Stadt nicht leisten, wenn sie Eigentümer wäre.

Schon von Außen macht die Bahnstraße 90 einen ruinösen Eindruck. "Im Inneren biete sich ein noch weitaus schlimmeres Bild des Verfalls", so Hahn. Augenscheinlich hat keiner der Besitzer in den letzten Jahren nur eine Mark oder einen Euro in das Haus investiert. Der Bauamtsleiter versichert, wie es ja auch schon seine Stellvertreterin in der vergangenen Woche unterstrich, die Stadt kümmere sich schon seit längerem. Hahn sagt: "Wir sind dabei, mit dem Eigentümer eine sinnvolle Lösung zu finden." Es werde wohl auf einen Abriss hinauslaufen.

Eine schlechtes Beispiel, wie ein solches Abrissareal aussehen kann, bietet die Bahnstraße gegenüber der Hausnummer 90. Zwischen zwei liebevoll hergerichteten Häusern befindet sich eine mit Platten vernagelte Brache in Privathand.

Wie Abrissflächen mit relativ wenigen Mitteln, dafür aber Ideen hingegen ansprechend gestaltet werden können, zeigt sich etwas weiter oberhalb in der Bahnstraße an der Kreuzung zur Kirchstraße. "Wir müssen uns in der nächsten Zeit noch intensiver mit der Frage beschäftigen: Wie bekommt man städtebauliche Raumkanten hin, ohne neu zu bauen?", formuliert Hahn einen Anspruch, der sich nicht nur aus Entwicklung im Zusammenhang mit der Bahnstraße 90 ergibt.

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