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Der Prignitzer

15. Dezember 2017 | 07:33 Uhr

Tauchturm : Es kann abgetaucht werden

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Im ehemaligen Tank auf dem Gelände der alten Ölmühle können Anfänger und Profis jetzt unter Wasser trainieren

von
erstellt am 13.Jul.2015 | 08:00 Uhr

Bereits beim Hinaufsteigen beeindruckt die Größe des ehemaligen Öltanks: Blau, massiv und mit Nieten versehen, umringt man ihn, steigt immer höher, um dann eine Wasseroberfläche zu erreichen, die grün, rot oder tief blau schimmert. „Einzigartig“, „eine Perle“ oder „beeindruckend“ waren gestern dann auch nur einige Worte, die bei der Eröffnung des ersten Indoor-Tauchturms in Brandenburg auf dem Gelände der alten Ölmühle in Wittenberge fielen.

Und diese Worte scheinen allein von den Daten her berechtigt: Insgesamt 100 Quadratmeter Wasserfläche, zehn Meter Tiefe, zwei Trainingsebenen und 600 000 Liter Wasser. „Das ist mehr als im Spaßbad Wittenberge“, sagt Lutz Lange, Gesellschafter der Genesis GmbH, die Betreiber und Initiator der in Norddeutschland einmaligen öffentlichen Anlage ist.

Egal ob Profitaucher nun hier Spaß haben wollen, Rettungen geübt werden oder Anfänger ihre ersten Schritte machen oder ihren Tauchschein ablegen, alles ist ab sofort auch in Wittenberge möglich. „Keiner soll Angst haben, wer lernen will, kann zu uns kommen“, erklärt Tauchlehrer Ralf Bachmann, der in Zukunft vor Ort sein wird.

„Wenn man mit den ganzen Geräten – Weste, Luftflasche usw., etwa 30 Kilogramm – draußen steht, ist es schon anstrengend und schwer, aber sobald man eintaucht, ist es leicht und man fühlt sich schwerelos. Zudem die Felsen und Bilder unter Wasser – es ist wirklich schön gemacht“, erzählt Hobbytaucher Robert Busch, der die Gelegenheit für einen Probeausflug nutzt. Vor allem für Anfänger sei das klare und ruhige Wasser ideal.

„Ich habe vor 30 Jahren mit dem Tauchen angefangen, bin aber noch nie so tief in einem Gebäude getaucht. Im Schwimmbad sind es ja meist nur drei bis vier Meter und hier merkt man deutlich die Druckdifferenz“, erklärt Reiner Walleser, als er dem Wasser entsteigt. Der Abteilungsleiter Kultur im Wissenschaftsministerium des Landes Brandenburg, ist auch für Denkmäler zuständig und besichtige erst kürzlich das Ensemble: „Niemand, der den Turm von außen sieht, rechnet mit so einer Geschichte.“

Ein Alleinstellungsmerkmal, auf das auch Lutz Lange setzt: „Wir brauchen im Durchschnitt 20 Gäste pro Tag, damit dieses Projekt funktioniert, aber wer hier z.B. einen Tauchschein macht, kann damit weltweit tauchen.“ „Vor zehn Jahren war das noch unvorstellbar, nun haben wir hier etwas einzigartiges und jemanden, der Visionen hat“, so Bürgermeister Dr. Oliver Hermann.

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