Feuerwehr: Resümee und Ausblick : Es hapert an vielen Stellen

Wilfried Gerloff und Heinz Düwerth (mit Präsentkörben; v. l.) wurden von Heiko Wegner, Hartmut Gerloff und Maik Hortig (v. l.) in die Alters- und Ehrenabteilung verabschiedet.
Wilfried Gerloff und Heinz Düwerth (mit Präsentkörben; v. l.) wurden von Heiko Wegner, Hartmut Gerloff und Maik Hortig (v. l.) in die Alters- und Ehrenabteilung verabschiedet.

In der Jahreshauptversammlung der FFw Karstädt wurde die teils mangelhafte Ausrüstung der Kameraden kritisiert

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23. März 2015, 22:00 Uhr

Zahlreich konnte Ortswehrführer Hartmut Gerloff die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Karstädt zur Jahreshauptversammlung begrüßen. Hinzu kamen noch Gäste der Wehren aus Wittenberge und Perleberg. Ortsvorsteher André Lüdemann übernahm am Freitagabend die schöne Aufgabe, im Namen des Ortsbeirates 200 Euro für die Verwendung innerhalb der Wehr zu übergeben.

Bürgermeister Udo Staeck hatte da schon einen schwereren Stand, denn überall hapert es an der persönlichen Schutzausrüstung in der Wehr. Vor allem die Stiefel bereiten Sorgen, denn sie sind nicht nur alt, sondern teils auch nicht mehr funktionsfähig. Staeck verwies auf die angespannte Haushaltslage, versprach aber, im Rahmen der Möglichkeiten Abhilfe zu schaffen.


Maik Hortig: Sparen ist fehl am Platz


Der designierte Gemeindewehrführer Maik Hortig hakte an dieser Stelle ein und sagte, dass die persönliche Schutzausrüstung der Kameraden ein Schwerpunkt seiner Amtszeit werden wird. Aus seiner Sicht könne es nicht sein, dass der Träger des Brandschutzes an dieser Stelle spare und die Ausrüstung in einigen Wehren schon generationsübergreifend getragen werde. Zudem kündigte er an, dass sein Ziel sein werde, Schwerpunkte in der Ausrüstung und Ausbildung der einzelnen Wehren zu setzen, um so eine Spezialisierung auf bestimmte Einsatzszenarien zu forcieren.

Ortswehrführer Hartmut Gerloff konnte indes auf ein erfolgreiches Jahr 2014 zurückblicken. Insgesamt wurden 44 Einsätze gefahren. Dabei mussten die Kameraden ein großes Spektrum abdecken. Neben Tragehilfen und Türnotöffnungen wurde ihr Engagement auch bei Bränden, Ölspuren und bei Einsätzen nach Unwetter benötigt. Besonders belastend für die Blauröcke war der Verkehrsunfall auf der B 5 Höhe Garlin. Hier fuhren vier Fahrzeuge ineinander, es gab Todesopfer und Schwerverletzte. Deutlich zeigte sich wieder, so Gerloff, dass die Gemeinde gefordert sei, in die Ausrüstung der freiwilligen Feuerwehren zu investieren. Inzwischen wurde für die FFw Premslin/Glövzin ein weiteres Schneid- und Spreizgerät angeschafft (wir berichteten gestern). Aber der voranschreitende Bau der A 14 und die dadurch wachsenden Anforderungen an die Wehren setzen eine vernünftige Ausrüstung für diese ehrenamtliche Tätigkeit voraus. Die FFw Karstädt fordert z. B. die Anschaffung weiterer Handsprechfunkgeräte im Bereich des Digitalfunks. Im Moment ist jedes Fahrzeug nur mit einem Gerät ausgerüstet.


Knappe Ressource: Lkw-Führerscheine


Die Karstädter Wehr umfasst insgesamt 74 Kameraden, von denen 34 im aktiven Dienst stehen. Der Alters- und Ehrenabteilung gehören 19 Kameraden an. Ebenfalls dazu gehören die Frauenabteilung mit 14 Kameradinnen und die Jugendfeuerwehr mit leider nur noch sieben Mitgliedern. Vorübergehende Ruhephasen aufgrund schulischer Probleme sowie Austritte führten zu einem deutlichen Schwund der Kinderzahlen. Gerloff machte in seinem Bericht deutlich, dass die Wehrführung dieses Problem erkannt habe und nach geeigneten Lösungsansätzen suche.

Mit Wilfried Gerloff und Heinz Düwerth wurden zwei Kameraden in die Alters- und Ehrenabteilung verabschiedet. Das Ausscheiden stellt die Wehr vor ein weiteres Problem: Beide besitzen einen Lkw-Führerschein und waren damit in der Lage, alle Fahrzeuge der Wehr zu bewegen. Es fallen nun wieder zwei Kraftfahrer und Maschinisten weg, für die es im Augenblick keinen Ersatz gibt. Auch hier ging der Hinweis an die Gemeinde als Träger, dass dringend Handlungsbedarf in puncto Lkw-Führerschein besteht, damit die Autos nicht irgendwann in der Halle stehen bleiben müssen.

Lobend erwähnte Gerloff die funktionierende Ausbildung in seiner Wehr. Unter Leitung des stellvertretenden Ortswehrführers Norman Mundt fanden insgesamt 25 Dienstabende statt. Gemeinsame Ausbildungen mit den Wehren aus Perleberg, Premslin/Glövzin und Garlin standen ebenfalls auf dem Plan. Das soll 2015 auf jeden Fall fortgesetzt werden. Die FFw Wittenberge brachte hierfür gleich eine Einladung mit. Am 25. April gibt es eine gemeinsame Gefahrgutausbildung in der Elbestadt.

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