Erweiterung wird kritisch beäugt

Plan-Beschluss zur Vergrößerung des Aldi-Marktes ist auf dem Weg, erhielt im Stadtentwicklungsausschuss aber Gegenwind

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11. September 2015, 08:00 Uhr

Knapp – mit drei Ja- zu zwei Nein-Stimmen – erhielt diese Woche eine Beschlussvorlage für die nächste Stadtverordnetenversammlung grünes Licht, in der es um die Erweiterung der Fläche des Aldi-Marktes im Schwarzen Weg geht. Behörden und Träger öffentlicher Belange konnten Stellung zur dritten Änderung des entsprechenden Bebauungsplanes nehmen. Nach einer Abwägung durch die Verwaltung soll das Stadtparlament in Kürze auch den Satzungsbeschluss fassen. Zuvor war im Februar bereits der Entwurf gebilligt worden. Von Mitte März bis Mitte April lagen die Unterlagen zur öffentlichen Einsichtnahme aus.

Sortimentsveränderungen bzw. -erweiterungen soll es in diesem Zusammenhang nicht geben. Wie auch inzwischen bei zahlreichen anderen Einkaufsmärkten wird Platz geschaffen für eine andere Einkaufsatmosphäre, für ein neues Einkaufsniveau – eine Beobachtung, die man derzeit nicht nur in Perleberg machen kann. Dennoch werden solche Modifikationen am Stadtrand von vielen kritisch beäugt. Zum Beispiel von Hans-Peter Steinke (CDU). Der Stadtverordnete machte deutlich, dass sich ihm der Kontext zwischen einer Verkaufsflächenerweiterung am Stadtrand und einer Belebung der Innenstadt nicht erschließt. Genau dies wird in einer der zahlreichen Begleitunterlagen zum Bebauungsplan ausgeführt. „Das kann nicht förderlich für die Innenstadtbelebung sein“, meinte er. Wenn man mit offenen Augen durchs Stadtzentrum gehe, erkenne man sehr wohl den bereits jetzt bestehenden Leerstand bei den Ladenflächen. Dr. Joachim Ritter (FDP/Kreisbauernverband) pflichtete ihm bei und führte vor diesem Hintergrund an, dass ein ähnliches Unterfangen vor Jahren in der Lindenstraße einmal abgelehnt worden ist – obwohl sich dies sehr viel näher an der Innenstadt befinde.

Die Befürchtungen, zumindest einiger Abgeordneter, sind nachvollziehbar. Dafür genügt ein Blick zur Nachbarstadt Pritzwalk: Am Nordrand wurde bereits in den 1990er Jahren ein Einkaufsgebiet mit sehr viel Fläche und zunächst wenigen Märkten ausgewiesen. Inzwischen logieren hier neben vier großen Lebensmittelmärkten auch Spezialisten anderer Sortimente sowie mit Rossmann und Ernstings Family außerdem zwei Filialisten, die noch vor nicht allzu langer Zeit mit ihren Geschäften in der Innenstadt lagen und viele Menschen dorthin zogen. Die Folgen dieser Art von Konzentration am Stadtrand sind deutlich sichtbar und für die Abgeordneten der Rolandstadt mindestens ein Grund zum Nachdenken. Das Thema wird jetzt noch einmal im Hauptausschuss behandelt und dann am 8. Oktober im Stadtparlament.  

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