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Kreiskrankenhaus Prignitz : Erstes Stipendium ist vergeben

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kristin Richter freut sich über die Finanzspritze und möchte nach ihrem Examen gerne als Ärztin in Perleberg arbeiten

svz.de von
erstellt am 21.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Zufriedene Gesichter auf beiden Seiten des Tisches: Medizinstudentin Kristin Richter freut sich über ihr monatliches Stipendium und Geschäftsführer Karsten Krüger über eine künftige Fachkraft. Gestern vergab das Kreiskrankenhaus Prignitz sein erstes Medizin-Stipendium.

Die 22-jährige Studentin zeigt offen ihre Freude. „Das Stipendium bringt mir finanzielle Sicherheit, ich kann mich auf mein Studium konzentrieren und nach meinem Abschluss habe ich schon jetzt eine Stelle sicher“, sagt die Pritzwalkerin. Auf der Facebookseite unserer Zeitung www.facebook.com/ prignitzer entdeckte sie den ersten Hinweis. Die Seite lese sie regelmäßig und am Tag darauf hatten auch ihre Eltern den Artikel in der Printausgabe entdeckt. Umgehend bewarb sie sich. „Nach Hamburg oder Berlin würde es mich nicht ziehen. Ich bin eher der ländliche Typ, mag die Natur und bin hier aufgewachsen.“

All das hört Karsten Krüger gern. So sei die Chance am höchsten, die jungen Ärzte langfristig an das Haus oder an die Region zu binden. Den zweiten Punkt hebt besonders Torsten Uhe hervor. Als stellvertretender Landrat und für Gesundheit zuständiger Geschäftsbereichsleiter hat er die medizinische Versorgung im ganzen Kreis im Blick. „60 Prozent unserer Ärzte haben das 50. Lebensjahr vollendet“, sagt er. Das Stipendium sei eine eine gute Möglichkeit, junge Ärzte nicht nur für die Klinik, sondern auch für den ambulanten Bereich zu gewinnen. „Wir hoffen sehr, dass Sie in der Region bleiben werden“, so Uhe.

Die Chancen dafür stehen gut. Kristin Richter studiert im 5. Semester an der Uni Rostock. Bis zu ihrem Examen im 12. Semester wird sie in der Perleberger Klinik ihre Famulatur (Praktikum) und ihr praktisches Jahr absolvieren. Nach der erfolgreichen Prüfung schließt sich eine dreijährige ärztliche Tätigkeit in der Klinik an. Diese ist für Stipendiaten verpflichtend und kann beispielsweise für die Facharztausbildung genutzt werden. Damit wäre Kristin Richter sieben Jahre lang mit dem Haus und der Region verbunden. Aus Sicht von Karsten Krüger und Torsten Uhe eine gute Voraussetzung, um hier auch langfristig ihren beruflichen und persönlichen Weg zu planen.

Pro Studienjahr will das Kreiskrankenhaus maximal drei Stipendien vergeben. Je nachdem ob sich die Studenten für ein, zwei oder drei Jahre Tätigkeit an der Klinik entscheiden, erhalten sie monatlich zwischen 300 und 500 Euro. Sollte der Student aus persönlichen Gründen seinen Vertrag nicht erfüllen, besteht eine Rückzahlungsverpflichtung. Neben dem Stipendium und dem Arbeitsplatz sichert das Krankenhaus eine individuelle Betreuung sowie hausinterne Fortbildungen zu.

In einer Zeit, in der bundesweit um junge Ärzte geworben wird, sei das ein attraktives Angebot. „Ich kenne kein ähnliches und meine Kommilitonen auch nicht. Sie haben mir viel Glück bei der Bewerbung gewünscht“, verrät Kristin Richter. Das dürften Karsten Krüger und Torsten Uhe gern hören. Lange hatten der Landkreis und die Klinik als seine hundertprozentige Tochter nach attraktiven Möglichkeiten gesucht, Studenten für das Haus zu interessieren, sie in die Region zu holen. Der Status Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Rostock sei ein erster wichtiger Schritt gewesen. Mit dem Stipendium sei jetzt ein zweiter gefolgt. Es hätte bis jetzt mehrere Interessenten gegeben, aber nur Kristin Richter habe die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt. Dazu zählt unter anderem ein bestandenes Physikum mit guten Ergebnissen innerhalb der Regelstudienzeit.


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