Deckel-Aktion : Erste volle Säcke

Alle Klassen der Geschwister-Scholl-Schule sammeln und haben gestern tausende Deckel abgegeben. Wir warten auf die nächsten Säcke.
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Alle Klassen der Geschwister-Scholl-Schule sammeln und haben gestern tausende Deckel abgegeben. Wir warten auf die nächsten Säcke.

Scholl-Schule legt vor und gibt tausende Deckel ab / Neue Sammelstellen in Wittenberge / Infomaterial kann bestellt werden

svz.de von
29. September 2015, 22:00 Uhr

Das Schuljahr ist noch keine vier Wochen alt, und die Schüler der Geschwister-Scholl-Schule in Perleberg haben schon tausende Deckel gesammelt. Gestern holten wir drei Säcke ab. Die Schule unterstützt damit eine Aktion des Rotary Clubs Perleberg und unserer Zeitung. Mit dem Erlös der Sammlung finanziert Rotary eine internationale Impfkampagne zur Ausrottung der Kinderlähmung.

„Unser Eimer ist schon wieder fast voll und auch meine Oma sammelt“, sagt Lea aus der zweiten Klasse. Lysander ist ein ganz eifriger Sammler. Er trägt sogar einen der vollen Säcke ins Auto und meint: „Du kannst bestimmt bald wieder zu uns kommen.“ Das machen wir sehr gerne.

„Wir haben mit den Kindern über die Krankheit gesprochen, ihnen erklärt, was Kinderlähmung bedeutet“, sagt Schulleiterin Gabriele Gohlke. Die Eltern wurden jeweils in der ersten Elternversammlung informiert. Seitdem rollen die Deckel. „Daraus ist ein schulinterner Wettbewerb entstanden“, erzählt Gabriele Gohlke. Die Klassen sammeln und zählen ihre Deckel. Mal geben sie 500, mal 1000 oder gar 1300 ab. Und dass die Säcke direkt neben dem Schreibtisch der Schulleiterin stehen, stört Gabriele Gohlke kein bisschen.

Einige Kinder seien besonders kreativ. „Sie sind selbstständig in Supermärkte gegangen und haben Kunden um die Deckel ihrer Pfandflaschen gebeten“, weiß sie. Wer einen Verwandten hat, der in so einem Markt arbeitet, sei klar im Vorteil. Das mache aber die anderen Kinder nur um so kreativer: Nachbarn werden angesprochen, die Großeltern mit eingebunden und Mama oder Papa bitten die Kollegen auf Arbeit um ihre Deckel. Nur so sei es gelungen, in so kurzer Zeit diese große Menge zu sammeln.

Seit wir am 10. September erstmals über die Rotary-Aktion berichteten, sind Unternehmen und Leser von sich aus aktiv geworden. Längst ist es nicht beim Edeka im WEZ geblieben, der von Beginn an die Aktion großartig unterstützt. In Wittenberge kam Pizza Point in der Bahnstraße dazu. Das Restaurant Alte Ölmühle sammelt seit einer Woche. In Berge beteiligt sich gar das ganze Dorf an der Aktion: Dorf- und Kulturverein Leben in Berge e. V., der Nah-Kauf, die Schule, die Kita und Bürger machen mit. Dazu kommen ganz viele Schulen, die sich nach und nach in unserer Redaktion gemeldet haben. So hat zum Beispiel die Breeser Waldschule ebenfalls bereits angerufen und gebeten, die Deckel abzuholen.

Gesammelt werden nur Plastedeckel von Flaschen und Tetrapacks. Pfand gibt es auch ohne Deckel. Andere Deckel, zum Beispiel von Honiggläsern oder Verschlüsse von Zahnpasta gehören nicht in die Sammlung, siehe kleines Foto.

Rotary und unsere Zeitung wollen mit der Aktion eine weltweite Impfkampagne gegen die Kinderlähmung unterstützen. Sie wird von Rotary International und der Weltgesundheitsorganisation koordiniert. 500 Deckel entsprechen dem Wert einer Impfung. Rotary verkauft die Deckel an die Abfallwirtschaft, der gesamte Erlös wird gespendet.

„Unser Club hat neues Werbematerial, Flyer und Plakate bekommen“, sagt Marco Richter, stellvertretender Präsident. Zwischenzeitlich war das vergriffen gewesen. Wer Interesse hat, kann es in unserer Redaktion kostenlos anfordern.

Sie sammeln privat zu Hause, haben einen vollen Beutel und möchte diesen abgeben? Das geht bei den unten genannten Sammelstellen.


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