Verein übernimmt Kleingärten : Erste Ernte kann sich sehen lassen

Die Früchte der Gartenarbeit sind vorzeigbar.
Die Früchte der Gartenarbeit sind vorzeigbar.

Verein Ländliche Erwachsenenbildung bewirtschaftet drei Parzellen im Gartenverein „Waldfrieden“

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04. August 2016, 10:00 Uhr

Die ersten Kürbisse sind geerntet. Weitere werden in den nächsten Wochen folgen. Die Pflanzen haben sich super entwickelt. Die Zucchini stehen den Kürbissen nicht nach. Die ersten Früchte haben bereits eine akzeptable Größe erreicht. Gleichzeitig treibt die Pflanze weitere Blüten: Elke Menz, Projektleiterin bei der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB), hat in den Gartenverein „Waldfrieden“ eingeladen. Dort hat die LEB drei Kleingärten übernommen, hat sie wieder nutzbar gemacht. „So wie dort, sah es hier überall aus“, sagt die Projektleiterin und zeigt auf die Fläche jenseits des Gartenwegs, wo noch Gras und Wildblumen das Terrain erobert haben.

In der Kleingartenanlage sind Menschen über das MAE-Förderprogramm beschäftigt. Bei dieser Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung handelt es sich um sogenannte Ein-Euro-Jobs. Die Menschen erhalten Gelegenheit, ihrem Tag wieder mehr Struktur zu geben, im Team gemeinsam ein Ziel zu verfolgen, erklärt Elke Menz. Sie spricht von einer Win-Win-Situation. Denn für den Kreisverband der Gartenfreunde bedeutet die Zusammenarbeit mit der Ländlichen Erwachsenenbildung, dass drei seiner Parzellen nicht mehr leer stehen, wieder genutzt werden. Den Worten von Elke Menz ist zu entnehmen, dass der Verein es nicht bei dieser einen Maßnahme belassen möchte, sich die Kooperation mit dem Kreisverband der Gartenfreunde über 2016 hinaus vorstellen kann.

Das derzeitige Projekt startete hier Mitte April und läuft bis zum 11. Dezember. Sieben Mitarbeiter, darunter auch drei Flüchtlinge, kümmern sich um die drei Parzellen. Es klappt auch mit den Neu-Wittenbergern, sagt Elke Menz, sagt aber auch, dass so manche zusätzliche Schwierigkeit auftritt, für die man Lösungen finden muss.

Nur ein Beispiel: Die drei Syrier müssen – wie auch die anderen Mitarbeiter – eine Arbeitsschutzbelehrung erhalten und unterschreiben. „Dazu müssen sie aber auch verstehen, was sie unterschreiben. Wenn es um Gartenarbeit geht, kann man vieles mit Händen und Füßen erklären. Aber doch nicht in so einem Fall“, sagt Menz. Ein Dolmetscher musste gefunden werden. „Wir sind sehr froh, dass uns die kreisliche Awo schließlich so unkompliziert geholfen hat.“

Neben Wittenberge haben im April auch in Bad Wilsnack, in Karstädt und in Perleberg MAE-Maßnahmen zur Bewirtschaftung von Flächen begonnen. 22 Mitarbeiter sind insgesamt im Einsatz. Was sie ernten, erhält das Soziale Aktionsbündnis Prignitz für seine Tafeln. Minderwertige Gartenprodukte sind für den Tierpark bestimmt.

Die Ländliche Erwachsenenbildung Prignitz-Havelland e.V. hat ihren Hauptsitz in Wittenberge, ist vor wenigen Monaten aus Perleberg hierher umgezogen, weil der dortige Standort wegen der Größe nicht mehr benötigt wurde.  

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